0:01
herzlich willkommen zu einer weiteren
0:03
sitzung unseres seminars über hölderlin
0:05
und heiliger heute soll es um hölderlins
0:09
hymne germanien im lichte martin
0:12
heideggers gehen mein vortrag gliedert
0:15
sich in diese fünf punkte welt stunde
0:18
historisches getue das eigentlich
0:21
nationale die wiederkehr der götter und
0:24
deckt biete gefährlichstes erstens welt
0:28
stunde mit einem brief vom zwölften
0:32
april 1934 reichte martin heidegger seit
0:35
gut einem jahr nämlich seit 21 04 1933
0:40
rektor der universität freiburg beim
0:43
zuständigen minister sein
0:45
die anfängliche begeisterung über die
0:48
hereinbrechende welt stunde der national
0:51
sozialistischen revolution war der
0:53
ernüchterung gewichen
0:55
heiliger war überzeugt gewesen mit
0:57
seiner philosophie das schicksal des
0:59
staates entscheidend bestimmen zu können
1:01
weil die wesentlichkeit des staates
1:05
letztlich die der philosophie sei in
1:09
seiner freiburger rektorats rede mit dem
1:11
titel die selbstbehauptung der deutschen
1:13
universität hatte er in diesem sinne die
1:16
zentrale funktion des wissens dienstes
1:18
und die kampfgemeinschaft der lehre und
1:21
schüler beschworen die viel besungene
1:24
akademische freiheit so heiliger solle
1:27
aus der deutschen universität verstoßen
1:30
die philosophie sollte zur treibenden
1:33
kraft der revolution werden indem sie
1:36
die politik darauf hinwies was die welt
1:38
stunde geschlagen hatte und heiliger war
1:41
dabei die glocke im heidecker schwarzen
1:45
heften dieser zeit führt er weiter aus
1:48
das eigentliche aber fernste ziel sei
1:52
die geschichtliche größe des volkes in
1:55
der wirkung und gestaltung der science
1:57
möchte voraussetzung sei die
2:00
selbstvergewisserung das zu sich selbst
2:03
kommen des volkes aus seiner
2:05
verwurzelung und aus der übernahme
2:08
seines auftrages durch den staat
2:10
über heiliges verhältnis zu und
2:13
verstrickung in den nationalsozialismus
2:15
ist zumal nach publikation der schwarzen
2:18
hefte viel geschrieben worden
2:20
seine motivation und erwartungen liegen
2:24
offen zutage nun heiliger träumte den
2:27
platonischen traum von der allianz
2:29
zwischen philosoph und staatsgründer
2:32
diese begeisterung war durchaus eine
2:34
generationen erfahrung die heilige mit
2:37
intellektuellen wie gottfried benn oder
2:39
ernst jünger teilte er hat kurz hat in
2:43
seinem hervorragenden überblicks aufsatz
2:45
von 2012 darauf hingewiesen dass
2:48
heidegger derselben expressionistischen
2:51
generation angehörte und aus dieser
2:53
geteilten generationen erfahrung heraus
2:56
eine affinität zum expressionistischen
2:59
existenzialismus und zu den epochalen
3:01
visionen von elan vital energie energie
3:06
und intensität von militanz revolution
3:09
und lustvoller zerstörung mitbrachte was
3:13
haider gaben nationalsozialismus
3:15
fesselte war eben dieser antibürgerliche
3:18
avantgardistische lebens reformerische
3:21
grundierte habitus der wesentlich durch
3:23
nietzsche den gewährsmann der
3:25
expressionistischen generation aber auch
3:28
durch ernst jünger und marine des
3:30
futurismus geprägt war
3:32
dieses bedürfnis nach intensität die
3:35
faszination für ideen von krieg gewalt
3:38
und zerstörung wurde durch die reale
3:40
entwicklung geht doch tief enttäuscht
3:42
schon frühzeitig hatte heiliger die
3:45
verbürgerlichung der bewegung wir
3:49
der traum vom philosophen start war
3:53
statt philosophen kamen so heiliger
3:57
wildgewordene volksschullehrer stellungs
3:59
lose techniker und versetzte kleinbürger
4:02
als die hüter des volkes als jene die
4:05
maßstäbe setzen wollen
4:06
zum zuge diese verkleiden bürgerlichen
4:09
der bewegung aber auch die mühen der
4:12
akademischen ebene trieben heiliger
4:14
schließlich zum rücktritt von seinem amt
4:16
nur ein jahr nach dessen übernahme
4:20
heiliger wechselte also mit den
4:22
vorlesungen sein spielfeld aber nicht
4:25
sein thema und seine überzeugungen im
4:28
wintersemester 1 33 34 bot er in
4:31
freiburg eine vorlesung über zwei
4:33
irgendein friedrich hölderlins an
4:37
es war der auftakt zu einer lebenslangen
4:39
beschäftigung mit dem dichter denn
4:41
anfänge in die zwanziger jahre
4:43
zurückreichten der germanen vorlesung
4:46
folgten im wintersemester 41 42 eine
4:49
vorlesung über andenken im
4:51
sommersemester 42 eine weitere über der
4:54
ista hinzu kamen vorträge und essays bis
4:58
zur heiligers tod 19 75 hölderlin
5:02
tauchte in jenem moment also auf als die
5:04
rolle des philosophen im neuen staat
5:06
problematisch geworden war die ideale
5:09
von philosophen staatsgründer bedürfte
5:11
offensichtlich eine ausweitung und
5:14
regulierung durch die figur des dichters
5:17
der die rolle des propheten in dürftiger
5:19
zeit übernahmen die grundlinien von
5:24
heideggers hölderlin bild bietet der
5:26
1936 in rom gehaltene vortrag hölderlin
5:29
und das wesen der dichtung
5:31
dort heißt es zitat hölderlin ist uns in
5:35
einem ausgezeichneten sinne der dichte
5:37
des dichters deshalb stellt er in die
5:41
die wendung dichte des dichters lässt
5:44
sich zweifach interpretieren
5:45
einerseits ist hölderlin ein dichter der
5:48
unablässig über seinen dichter beruf
5:51
reflektiert auch eben über die grenzen
5:54
dieses anspruchs andererseits ist er
5:57
jener dichter der verteidiger
5:59
idealtypisch die funktion des dichters
6:02
in der geschichtlichen offenbarung des
6:04
seins erfüllt wie der zitat das sagen
6:07
des dichters ist stiftung nicht nur im
6:11
sinne der freien schenkung sondern
6:13
zugleich im sinne der festen gründung
6:15
des menschlichen daseins auf seinen
6:18
grund mit anderen worten wort hafte
6:24
hölderlin war verteidigern nunmehr das
6:26
telos nicht nur der dichtung sondern der
6:29
kunst überhaupt so schließt der berühmte
6:32
aufsatz der ursprung des kunstwerkes
6:34
ebenfalls aus dem jahr 1936 viel sagen
6:39
mit einem zitat aus hölderlins filmen
6:41
die wanderung schwer verletzt was nach
6:44
dem ursprung wo nicht den ort die anlage
6:48
des aufsatzes zeigt welche bedeutung
6:50
heiliger nunmehr der sprache der
6:53
dichtung und hölderlin im besonderen zu
6:55
schrieb dieser drei schritt also sprache
6:58
dichtung hölderlin bildet das furiose
7:01
finale des textes zitat in dem die
7:05
sprache erstmals dass seine nennt bringt
7:08
solches nennen also das dichterische
7:11
sagen das seiende erst zum wort und zum
7:14
erscheinen diese funktion des namens und
7:18
der sage ist nun das vorrechte dichtung
7:22
diaz inbegriff der sprache erscheint so
7:25
ergibt sich eine klimax der künste nach
7:27
ihrer affinität zum sein zitat das wesen
7:32
der kunst ist die dichtung das wesen der
7:34
dichtung aber ist die stiftung der
7:36
wahrheit ihr inbegriff so nehmen wir dem
7:40
abschließenden zitat ist die dichtung
7:42
hölderlins die nahe am ursprung wohnt
7:45
entscheidend ist verteidiger nun dass
7:47
diese wahrheit und ihre and bergung
7:50
entsprechend der science philosophie von
7:52
seinerzeit einen historischen index
7:55
erhält nach der berühmten kehre gewinnt
7:59
sie zusätzlich einen national völkische
8:03
färbung hinzu zitat in solchem sagen
8:07
werden einem geschichtlichen volk die
8:09
begriffe seines wesens das heißt seiner
8:11
zugehörigkeit zur weltgeschichte
8:13
vorgeprägt bei dieser hochschätzung der
8:17
dichtung im allgemeinen und hölderlins
8:19
in besonderen bleibt es verteidiger noch
8:22
in den berühmten spiegel gespräch aus
8:24
dem jahr 1966 das erst nach heiligers
8:28
tod 976 publiziert wurde schreibt er
8:33
zitat aber ich halte hölderlin nicht für
8:36
irgendeinen dichter hölderlin ist für
8:39
mich der dichter der in die zukunft weiß
8:42
der den gott erwartet
8:46
zweiter abschnitt historisches getue
8:50
man muss sich die chronologie der wende
8:53
und die eben skizzierten entwicklungen
8:55
der 1930 er jahre vor augen halten um
8:58
die bedeutung hölderlins verteidiger
9:00
historisch einzuordnen und zu erklären
9:03
der aufstieg hölderlins viel zusammen
9:06
mit der enttäuschung über die eigene
9:07
handlungsmacht die mit dem rücktritt von
9:10
rektoren an besiegelt war
9:13
heidinger gab sein amt auf nicht aber
9:15
seine grundidee die gewissheit über die
9:18
zukunft musste nun aus der vergangenheit
9:21
kommen halte gaza hölderlin als
9:23
propheten des kommenden gottes und sich
9:25
selbst als propheten des propheten wie
9:29
hölderlin zwischen den göttern und den
9:31
menschen vermittelte so der philosoph
9:33
nun zwischen dicht und volk bzw dichte
9:36
und politik diese neue konstellation
9:40
machte die vorlesung zu einem
9:42
faszinierenden erlebnis wie viele
9:45
augenzeugen berichten
9:46
heidegger nahm so gerhard kurz felder
9:50
lins texte als heilige texte seine
9:52
auslegung als einen liturgischen akt
9:55
wendungen wie zitat wir hören den
9:59
dichter oder wir hören ein viertes wort
10:03
verwandeln vor lesung und vortrag in
10:06
einen gottesdienst bei dem der priester
10:09
philosoph weihevoll die worte des
10:11
dichter propheten des pkws aus legt die
10:16
gedichte erscheinen wie ein tempel loser
10:19
schreien worin das gedichtete aufbewahrt
10:22
ist schreibt heiliger im vorwort zur
10:24
zweiten auflage der erläuterungen zur
10:27
hölderlins dichtung dieser jargon der
10:30
erwählung und des erwählt science die
10:33
rhetorik rätselhafte unbestimmtheiten
10:36
und autoritative setzungen verfehlte
10:39
ihren eindruck auf die adepten nicht
10:42
es liegt nahe hier an heideggers
10:44
religiöse sozialisierung zu erinnern
10:47
seine frühere tätigkeit als ministrant
10:50
sein kurzes gastspiel als novize im
10:53
jesuitenorden priesterseminar ist und
10:56
studium der katholischen theologie in
11:00
heidegger arbeitete in seiner hölderlin
11:03
deutung seine theologische vergangenheit
11:06
ab und es ist bezeichnend dass er sich
11:08
in diesem schwierigen verhältnis zur
11:10
theologie und religion mit seinem
11:12
schwäbischen landsmann hölderlin
11:14
berührte er dass er mit ihm
11:16
fraternisierung wie adorno spöttisch in
11:20
seinem papa taxis aufsatz von 964
11:22
schrieb wie hölderlin war heiliger
11:27
gewissermaßen ein entlaufener theologe
11:30
der grad der identifikation mit seinem
11:33
gegenstand war daher in der tat
11:37
erstaunlich oder erschreckend der
11:40
historische hölderlin erscheint wie der
11:42
prophet heiligers dessen auslegungen
11:44
wiederum mit ihrem gegenstand zu einem
11:47
anspielungsreichen amalgam verschmolzen
11:50
trennung von objekt und meter sprache
11:52
war hier gerade nicht gefragt einfühlung
11:56
und distanzlosigkeit gehörten zur
11:58
methode diese wesen ist und sprach
12:00
verschmelzung zwischen dem dichter und
12:03
seinem ausleger war jedoch nicht nur ein
12:05
gewaltsamer akt sie hat ein papier das
12:08
fundament um in re heiliger stand
12:11
theologisch philosophischen
12:14
mannschaftlich in der genealogie
12:16
hölderlins was ihn fasziniert und anzug
12:19
das waren eben jene aus dem schwäbischen
12:21
pietismus stammenden militaristischen
12:24
und adventistischen vorstellungen die
12:27
hölderlin mit der eigenen rolle als
12:29
dichter in dürftiger zeit in brot und
12:32
wein verbunden hatte die vorstellung
12:35
einer nach erwartung angesichts der
12:37
französischen revolution stellte eine
12:39
parallele grundstimmung zur deutschen
12:41
erhebung der 1930 er jahre her
12:43
gegenüber seiner zeit wurde die
12:46
ontologie nun wie gesagt
12:48
poetisch und politisch alle kunst
12:51
schreibt heiliger ist als geschehen
12:54
lassen der ankunft der wahrheit ankunft
12:58
der wahrheit des sein denn als eines
13:01
solchen im wesen dichtung und diese
13:04
dichtung findet ihren heiligsten
13:06
ausdruck in wieder zitat hölderlin
13:09
dessen werk zu bestehen den deutschen
13:11
noch bevorsteht und der wissen der
13:14
germanen vorlesung dann heißt die
13:17
deutschen erst dichtet diese
13:21
stilisierung hölderlins zum
13:22
vaterländischen privates schloss nahtlos
13:24
an jenes hölderlin bild an dass im kreis
13:27
um stefan georgi entworfen worden war
13:29
norbert von helling rad und max
13:31
kommerell waren seine vermittlerin die
13:34
letztere repräsentierten eine dezidiert
13:37
anti philologische philologie der es
13:40
nicht auf fußnoten sondern auch
13:42
fingerzeige und winke für die
13:43
historische stunde ankam einzige
13:47
wissenschaftliche referenz der germanien
13:49
vorlesung ist denn auch die sechsbändige
13:51
hölderlin ausgabe norbert von helling
13:53
rats der die heiliger im vorsatz bemerkt
13:57
28-jährige vor wörter 1916 gefallen ist
14:01
die widmung einhelligen rad wurde als
14:04
leitmotiv in den vortrag über hölderlin
14:06
und das wesen der dichtung aufgenommen
14:09
heideggers hölderlin offensive war also
14:12
fortsetzung des krieges mit den mitteln
14:15
der philosophie hinter solchen fantasien
14:18
einer philologie amilly tanz für die
14:20
helling radstand steckte natürlich
14:23
stefan georges in seiner lobrede auf
14:26
hölderlin feierte jorge den dichter als
14:29
den großen sehr für sein volk und sprach
14:38
dabei vom unerschrockenen kinder der
14:41
eine andere volk hide als die gemeinde
14:43
deutlich ins bewusstsein rief hölderlin
14:46
lebe unter den deutschen so helling rat
14:48
das leben des verborgenen blut kerns der
14:52
deutschen er und sein reicheres
14:54
durchbrechen ahnend hoffend verkünden
14:57
nur verkünder nicht bringer der erfüllen
15:00
es liege so helling rat weiter zutiefst
15:03
im deutschen wesen das sein innerste
15:06
glutkern unendlich weit unter der
15:08
schlacken kruste die seine oberfläche
15:10
ist nur in einem geheimen deutschland zu
15:13
tage dreht mit dem schlagwort geheimes
15:18
deutschland ist eines der zentralen
15:19
motive des gheorge kreises angesprochen
15:22
dass auch in heide gastvorlesungen
15:24
nachhallt haltet ihn lesen des hieß teil
15:29
dieses geheimen auserwählten waren
15:32
deutschlands zu sein dass in den
15:34
dichtern der klassik zumal in hölderlin
15:36
grundgelegt war diese idee war leitend
15:39
für max kommerell studie der dichter als
15:41
führer in der deutschen klassik von 1928
15:44
die in hölderlin gipfelt über die
15:47
behandelten autoren der klassik sagt
15:50
kommerell zitat sie sind kein los
15:54
gewesen ist deutsche urbilder kehren sie
15:57
wieder die kern stoffe die sie bergen
15:59
binden sich neu zu neuer mischung und
16:03
der grund der sie so reich gebar kann
16:05
unter anderem stern stand neugeboren für
16:10
kommerell nimmt hölderlin eine singuläre
16:12
stellung in der deutschen geschichte ein
16:15
gerade in einer schwierigen politischen
16:17
übergangszeit während des zerfalls der
16:21
macht und der äußeren zerrüttung des
16:23
staates die raunend beschworen wird
16:27
hölderlin hat es gewusst er ist der
16:30
deutscheste dichte des deutschen
16:31
schicksals der des volkes führer war so
16:34
kommerell und immer mehr führen wird
16:38
zitat nicht nur verbirgt der einer dem
16:41
volke noch vorbehaltene geschichte er
16:44
formt diese mit der geschichte nur das
16:46
in die zeit geworfene bild solchen
16:49
volkes ist vor allem verbirgt er den
16:51
adel dieses volkes in unserer ganzen
16:54
dichterischen vergangenheit des kölner
16:56
lean der einzige dessen dichtung uns
16:58
vergewissert dass über uns das gleiche
17:00
schicksals lächeln walte wie über den
17:02
griechen kommen dies zu sagen gebietet
17:10
die fairness sollte sich bereits im
17:11
selben jahr von georges und der
17:13
hölderlin hysterie distanzieren er wurde
17:17
ein bedeutender schiller philologe der
17:19
1942 ein heiliger schrieb dieser hätte
17:22
mit seiner auslegung von hölderlins
17:24
finde wie wenn am feiertage dem dichter
17:30
heiliger blieb jedoch seiner linie treu
17:32
die vorlesungen zu germanen und da rein
17:35
aus dem wintersemester 34 35 stimmten
17:38
nur sechs jahre nach colmar ist der
17:40
dichter als führer in die vision vom
17:43
nationalen dichter heroes von sehr marne
17:46
und bildner seines volkes ein
17:48
hartnett hartnäckig kehrte die lieblings
17:51
formel von hölderlin als dichter des
17:54
dichters wieder hölderlin sei dichter
17:58
der deutschen so heilige nicht als
18:01
genitiv subjektives sondern als genius
18:04
objektives der dichte der die deutschen
18:06
erst dichtet und der zum stifter
18:09
deutschen science wird in hölderlin
18:13
erfüllte sich ein verständnis von
18:15
dichtung des heiliger als sagen in der
18:18
offenbar machen verstand hölderlins
18:22
dichtung gewann ihre bedeutung durch die
18:24
in ihr verankerte ausgesetzt hat in die
18:27
übermacht des seins das heidecker seine
18:30
vorlesungen über hölderlin mit der hymne
18:32
germanen begann war also nur konsequent
18:34
in germanien so heiliger offenbarte sich
18:37
das vaterland als das geschichtliche
18:40
sein meines volkes dieses sein werde
18:43
dichterisch gestiftet denke risch gefügt
18:46
und ins wissen gestellt und in der
18:48
täterschaft des staatsgründers der erde
18:51
und dem geschichtlichen raum verwurzelt
18:56
analysiert man heideggers diktion und
18:58
metaphern zu stellen sich unwillkürlich
19:00
assoziationen des militärischen und der
19:04
soldatischen bewährung ein die in eine
19:07
erörterung über herakles ferment 53 der
19:11
krieg ist vater aller dinge einmünden
19:15
der kampf so schreibt heiliger ist die
19:17
macht der erzeugung des seienden hier
19:21
bricht sich ungebremst die enttäuschung
19:24
über die bürgerliche mittelmäßigkeit der
19:26
die bewegung verfallen sei bahn heraklit
19:30
hat es vorausgesehen
19:33
zitat der kampf ist zwar erzeuger aber
19:37
auch beherrscher wohl nämlich der kampf
19:39
als macht der bewahrung aussetzt beginnt
19:42
der stillstand der ausgleich die
19:45
mittelmäßigkeit die harmlosigkeit
19:47
verkümmerung und verfall heiliger
19:52
beherrscht die kunst des doppel billigen
19:54
der zwischentöne und des ab aliens an
19:57
diffuse volks gefühle seiner zuhörer
20:00
dazu bedarf es keines offenen wortes
20:03
keine expliziten hinweise per klick wird
20:06
zum fernen garanten der jetzigen welt
20:09
stunde auf dem akademischen
20:10
exerzierplatz der wahrheit geht es man
20:13
beachte die diktion um das einrücken in
20:17
den machtbereich der dichtung hölderlins
20:21
wehrloser text wird zu manifeste
20:23
aufrüstung der zuhörer erlebt vermittelt
20:27
durch den heiligen text und seinen acker
20:29
exegeten die lichtung des seins als eine
20:32
übermacht die den kampf ums dasein
20:34
metaphorisch zum permanenten
20:36
schlachtfeld werden lässt getreu dem
20:38
menschen motto dennoch die schwerter
20:41
halten das am maßstab einer philosophie
20:44
amilly tanz jede historisch
20:47
philologische beschäftigung mit
20:49
hölderlin fragwürdig werden musste liegt
20:52
in einer vorbemerkung zur methode
20:54
distanziert sich heiliger deutlich indem
20:57
er auf wilhelm michels hölderlin
20:59
biografie von 1912 spottend spottend
21:04
anspielt man schreibt jetzt über
21:07
hölderlin und seine götter das ist
21:09
michaels hölderlin uns der zwölf seite
21:12
35 folgende man schreibt jetzt über
21:15
hölderlin und seine götter das ist wohl
21:18
die äußerste missdeutung durch die man
21:20
diesen den deutschen erst noch
21:22
bevorstehenden dichter endgültig in die
21:24
wirkungslosigkeit abdrängt unter dem
21:28
ihm nun endlich gerecht zu werden man
21:30
nimmt hölderlin historisch und verkennt
21:33
jenes einzig wesentliche das seien noch
21:36
zeitraum loses werk unser historisches
21:39
getue schon überwunden und den anfang
21:42
einer anderen geschichte gegründet hat
21:45
jener geschichte die anhebt mit dem
21:47
kampf um die entscheidung über ankunft
21:49
oder flucht des gottes gegenüber solchem
21:54
philologischen kleinkram galt es noch
21:57
einmal jene allianz von dichter denker
21:59
und starts schöpfer zu beschwören die
22:02
eigentlich das geschichtliche dasein
22:04
eines volkes gründen und begründen
22:08
musste so haidinger wer diese rollen im
22:11
deutschen herbst 1934 besetzte musste
22:14
nun nicht mehr explizit hin zugesagt
22:17
werden von heidegger aus scheint kein
22:20
weg jedenfalls zu einer historisch
22:22
philologischen beschäftigung mit
22:26
haider hat seine position in dieser
22:28
hinsicht deutlich markiert in seinen
22:31
vorlesungen erfahren wir durchaus
22:33
einzelheiten zur textgestaltung
22:37
der reale hölderlin wird zum
22:40
verschwinden gebracht
22:42
hölderlin ist mehr als eine figur der
22:44
literaturgeschichte für heilige meer und
22:48
zugleich weniger könnte man sagen nicht
22:51
handelt es sich um hölderlin auch nicht
22:53
um hölderlins werk im sinne einer
22:55
leistung dieses dichters schreibt
22:58
heiliger hölderlins politische
23:00
zeitgenossenschaft wie sie im die
23:02
philologie im gefolge bertos in den 1970
23:06
er jahren entdeckte war hier nicht
23:09
gefragt das mantra von der
23:11
geschichtlichkeit bedeutete keine
23:13
wendung zur realen geschichte schon gar
23:16
nicht so literaturgeschichte zu
23:17
verschieden waren die zugänge und
23:20
interessen meiner eigenen überlegungen
23:23
zur hölderlins filmen germanien im
23:26
lichte heiligers wollen beide seiten in
23:29
ihrer historischen zeitgenossenschaft zu
23:32
als ursprung ist heiliges germanien
23:36
vorlesung für uns von besonderer
23:38
bedeutung wie günter rieger in
23:41
eine einführung richtig festgestellt hat
23:43
zitat für den späteren leser erweist
23:47
sich die erste vorlesung also germanien
23:49
als der text in dem heideggers versuche
23:52
zur neuorientierung am besten fassbar
23:55
sind weil das neue hier erst im
23:57
entstehen ist der blick auf heideggers
24:02
hölderlin verspricht dabei aufschluss
24:03
für beide seiten die literatur und
24:06
philosophie ich unternehmer also den
24:08
versuch heiligers diktum von hölderlins
24:10
hölderlin als dichter des dichters
24:12
produktiv zu konkretisieren indem ich
24:15
die figuration des propheten des
24:18
projektes als eine für hölderlin
24:21
problematische zeige der hinweis auf die
24:24
zeitgenossenschaft hölderlins und seines
24:26
interpreten sollte eine gute
24:27
ausgangsbasis für ein gespräch sein
24:30
literaturwissenschaft steht für das
24:32
historisch bedingte und kontingente
24:34
jenseits des prinzipiellen ein dessen
24:37
abschied oder marquardt vor jahren gegen
24:39
die geschichtsphilosophie gefordert
24:42
hatte vielleicht gehören die zeiten in
24:44
denen man von deutscher dichtung die
24:46
offenbarung des seins erwarten konnte
24:49
ohne ihnen der vergangenheit an
24:51
was sich in ihnen lichtet was in ihnen
24:55
transparent wird ist das kulturelle
24:58
imaginäre einer historischen
25:00
gemeinschaft die hoffnungen ängste und
25:04
erwartungen die sich in ihr in
25:06
vieldeutigen bildern spiegeln dies mag
25:10
nun gelten sowohl für die zeit um 1800
25:13
als auch für das zeitalter die welt
25:17
stunde heiligers dritter abschnitt das
25:22
eigentlich nationale die hymne germanien
25:27
liegt in zwei fassungen vor
25:29
eine unvollständige reinschrift bietet
25:32
den text bis einschließlich 4 97 von
25:35
insgesamt 112 fersen
25:37
das heißt ohne die abschließende siebte
25:40
strophe die hymne ist wohl schon 1801
25:43
entstanden und wahrscheinlich
25:49
1803 in das so genannte homburger folio
25:53
heft eingetragen worden
25:55
bei diesem heft handelt es sich um sie
25:57
hier sehen können um 1 23 doppel blätter
26:02
umfassendes konvolut im großformat also
26:06
24 x 39 zentimeter in das hölderlin in
26:11
einem schwer zu bestimmenden zeitraum
26:12
zwischen 18 2 und 18 6 rein schriften
26:16
bereits publiziert der gedichte neue
26:19
entwürfe notizen eintrug dort findet
26:22
sich unser text auf seite 59 bis 63 sie
26:27
sehen hier den beginn
26:28
das homburger folio heft ist die
26:31
vielleicht umstrittenste dichter
26:32
handschrift der deutschen literatur und
26:34
edition geschichte datierung funktion
26:37
und komposition bleiben teils
26:40
leidenschaftlich umstritten
26:42
offensichtlich als poetologische einheit
26:44
geplant und angelegt beginnt es mit der
26:47
niederschrift der großen elegien gefolgt
26:49
von ryan schriften von der einzige &
26:53
es folgen notizen entwurf von mehr oder
26:55
weniger isolierte bruchstücke in
26:58
teilweise dicht aufeinander geschriebene
27:00
schwer in ziffer baarer form im fall von
27:03
germanien ist die text konstitution kein
27:05
gravierendes problem
27:07
sie sehen auf dieser folie den beginn
27:10
des gedichtes diese rein schriftliche
27:12
fassung wurde zu einem späteren nicht
27:15
exakt der tier barren zustand noch
27:17
einmal überarbeitet das ist der beginn
27:22
nicht sie die seligen und hier die
27:30
überarbeitung ich zeige als beispiel 4
27:33
46 47 die in der ryan schrift lauten
27:39
geübte im fluge der ahl alte über
27:42
schwingt er also der adler ist gemeint
27:44
darüber schreibt hölderlin auf beiden
27:48
seiten den fit ich spannend mit
27:54
damit zur hymne selbst sie umfasst
27:57
sieben strophen wie gesagt mit je 16
28:00
freie rhythmischen fersen
28:01
grundlage dieser form ist die
28:03
beschäftigung mit dem griechischen
28:04
choleriker pinda der um 1800 zu einer
28:08
zentralen neuen inspiration für
28:10
hölderlin wird gegenstand des gedichtes
28:13
ist kurz gesagt die frage nach der
28:16
aktuellen stellung und mission
28:18
deutschlands im kreis der europäischen
28:21
völker heiliger fasst es noch kürzer und
28:25
ausnahmsweise prosaische zitat die alten
28:28
götter sind tot neue drängen herauf für
28:32
ihre ankunft hat germanien eine
28:34
besondere sendung diese sendung steht am
28:38
ende des gedichts das mit folgenden
28:40
worten schließt doch in der mitte
28:44
derzeit lebt ruhig mit geweihter
28:47
jungfräulicher erde der räte und gerne
28:50
zur erinnerung sind die ungeduldigen sie
28:53
gastfreundlich bei den bedürftigen bei
28:56
deinen feiertagen germania voodoo
28:58
priesterin bist und wehrlos rat gibt
29:02
drinks den königen und völkern vom
29:07
standpunkt des jahres 1934 aus und
29:10
angesichts der totalen metaphorischen
29:12
mobilmachung in der vorlesung musste
29:14
diese defensive germania verstören
29:17
ironisch sagt heiliger hölderlin sei
29:21
offenbar pazifist geworden
29:24
tritt ein für die wehrlosigkeit
29:26
germaniens und gar noch für einseitige
29:29
abrüstung das grenzt hart an
29:33
nun spricht hölderlin nicht von
29:35
deutschland sondern von germanien also
29:38
von deutschland als idee und als
29:40
imaginäre gemeinschaft mit historische
29:43
tiefe die taktische germania und ihre
29:46
reiche rezeption in der frühen neuzeit
29:48
sind das ständige subtext mitzudenken
29:51
hölderlin schreibt diesen germanien
29:53
nicht nur eine mittelpunkt sondern auch
29:55
eine mittler stellung zu germanien ist
29:58
eine figuration der synthese und der
30:00
mediation den historische politische und
30:03
topographischer hinsicht historisch lebt
30:06
germanen in der mitte der zeit dh
30:08
zwischen dem vergangenen göttlichen vers
30:11
100 dass durch die griechischen götter
30:13
repräsentiert wird und dem zukünftigen
30:16
402 dessen ahnung und herr auskunft der
30:20
text beschwört als ratgeberin der völker
30:24
ist sie politisch eine figur des dritten
30:26
eine funktion die ihr von ihrer position
30:29
im herzen europas zu fällen hier kommt
30:33
als viertes motiv das der heiligen
30:35
hochzeit der verbindung von uranus etr
30:38
und gaia erde hin zu deren konkreter
30:42
vollzugs ort germanien ist germanien
30:45
wird zum ort der palling genese des
30:47
göttlichen an den feiertagen im vollzug
30:50
des festes dass die motive des
30:52
abendmahls aus brot und wein aufnimmt
30:55
ist die gemeinschaft von menschen und
30:57
göttern gesichert die epiphanie der
31:00
neuen götter ist an einen neuen
31:02
topografischen raum gebunden germanien
31:05
wird so zum hero topos diese hero
31:09
topische stilisierung der mann jetzt als
31:11
entfaltungsraum des göttlichen wirkt in
31:14
ihrer mischung aus religion und politik
31:16
in ihrem synkretismus pagan klassischer
31:19
und christlicher mythologie befremdlich
31:22
vielleicht sogar verstiegen hölderlin
31:24
ging es jedoch nicht um mobilmachung
31:27
sondern um entmilitarisierung im kontext
31:31
des jahres 18 1 war die geschichts
31:33
theologische und philosophische
31:35
perspektive hochaktuell
31:37
konkret ist es der frieden von lunéville
31:41
1801 zwischen frankreich vertreten durch
31:45
joseph bonaparte den bruder
31:47
napoleons und dem heiligen römischen
31:49
reich unter dem deutschen kaiser franz
31:51
dem zweiten unterzeichnet wurde
31:54
er setzte einen schlussstrich unter den
31:56
zweiten koalitionskrieg und bestätigte
31:59
den frieden von campo von 17 97 für
32:03
preußen brachte der frieden von
32:05
lunéville bedeutende territoriale
32:07
verluste die linksrheinischen gebiete
32:10
wurden von wurden frankreich
32:13
das deutsche reich oder verpflichtet die
32:16
von gebiets verlusten berührten
32:17
deutschen fürsten zu entschädigen dies
32:19
wurde schließlich am 24
32:22
1803 im reichsdeputationshauptschluss
32:25
förmlich umgesetzt er brachte die
32:28
säkularisierung und mediatisierung der
32:30
geistlichen hoch und erz stifter und das
32:33
ende der reichskirche am 6 august 1806
32:37
verkündete der römisch deutsche kaiser
32:39
fand der zweite seine abdankung und
32:41
zugleich die auflösung des heiligen
32:43
römischen reichs deutscher nation
32:45
diakonie des alten reichs kam damit an
32:48
einen endpunkt der sich lange
32:49
abgezeichnet hatte schon 1798 drei jahre
32:54
vor germanien an des jahrhunderts ernst
32:57
am ende wie schiller schrieb wird im
33:00
wallenstein prolog beklagt zitat
33:03
zerfallen sehen wir in diesen tagen die
33:06
alte feste form die einst vor 150 jahren
33:09
ein willkommener friede
33:11
das heißt der westfälische europas
33:15
reichen gar das reich der kunst muss den
33:19
zerfall der politischen ordnung als
33:21
europas deren ende schiller nicht mehr
33:24
erleben sollte kompensieren
33:28
hölderlins filme ist dem historischen
33:30
moment stark verpflichtet sie verhüllt
33:34
und enthüllt ihn zugleich sehr präzise
33:37
sind dabei die bilder in der politischen
33:39
semantik und ikonographie ihrer zeit zu
33:41
verordnen die ereignisse um den
33:43
friedensschluss und die debatten um die
33:45
rolle deutschlands bringen eine
33:47
umfangreiche produktion an bild
33:50
in deren zentrum immer wieder die
33:52
allegorie der germania steht wie in
33:54
hölderlins hunde geht es dabei immer
33:56
wieder um trost und zuspruch
33:58
auch sie sehen hier eine zeichnung von
34:03
sie zeigt stehen die allegorie des
34:06
friedens von juni will die sich der
34:09
personifizierten germania tröstend mit
34:11
einem ölzweig in der erhobenen linken
34:14
nährt der mania gekrönt mit der
34:17
reichskrone liegt buchstäblich am boden
34:19
sie stützt sich auf ein kristall mit
34:22
einer darstellung des doppelköpfigen
34:24
reichsadler der verdorrte baum hinter
34:28
der germania wohl die deutsche eiche
34:30
kontrastiert mit dem füllhorn das der
34:33
genius zur rechten des friedens david da
34:39
bringt und den im hintergrund sich
34:41
abzeichnenden pflanz und kultivierung
34:44
arbeiten als werken des friedens die
34:47
hier gezeigte defensive mit hölderlin
34:50
wehrlose germania entspricht sehr genau
34:54
der grundstimmung von hölderlins hunde
34:56
und ihre bildlichkeit von der heilige
34:58
immer wieder spricht auch die figur der
35:00
germanischen priesterin findet sich
35:02
bereits in einem zeitgenössischen
35:03
gemälde von johann gottlieb ohl man im
35:06
zuge der befreiungskriege und der
35:08
romantischen rückwendung im kreis der
35:10
nazarener sollte die germania allegorie
35:13
im neunzehnten jahrhundert in kunst und
35:15
dichtung einen erheblichen aufschwung
35:18
einen höhepunkt stellt sicher philipp
35:21
veit germania in der frankfurter
35:23
paulskirche heute im treppenhaus des
35:26
germanischen nationalmuseums in nürnberg
35:27
da hölderlins germania hat mit diesem
35:31
archaischen monumental ischen wenngleich
35:34
noch nicht aggressiven typus wenig
35:37
in ihrer defensiven mädchenhaften
35:41
innigkeit ähnelt sie ihr jenem typus den
35:44
sie alle von friedrich overbecks in
35:46
mehreren fassungen erhalten im gemälde
35:49
italia und germania kennen die genauen
35:52
ikonografischen bezüge bleiben zu
35:55
tatsache ist dass hölderlins hymne
35:57
unmittelbar von der politischen
35:58
tagesordnung wie beeinflusst war
36:01
überhaupt wäre hölderlin und die bilder
36:03
ein noch weit in unentdecktes thema für
36:06
eine interdisziplinäre hölderlin
36:09
immerhin das bewusstsein an einem
36:12
historischen schwellen momentan des
36:14
jahrhunderts ernst dem ende zu stehen
36:16
ist hölderlins germanien hymne deutlich
36:20
eingeschrieben wie die energie brot und
36:22
wein ist germanen ein carmens säkulare
36:26
ein jahrhundert gedicht in der tradition
36:29
des vorrats die politischen ereignisse
36:31
im umfeld des friedens von bühne will
36:33
trugen das ihre dazu bei die
36:36
jahrhundertwende 1818 101 zu einer der
36:39
ersten feierlich gewürdigten säkular
36:42
wänden überhaupt zu machen
36:44
religiöse energien und denkfiguren es
36:48
pathologisch figuren wurden ins
36:51
politische umgelenkt das heilige jahr
36:54
sollte wendepunkt für die deutsche
36:56
nation werden die jahre lange agonie des
37:00
alten reiches hat nicht nur die
37:02
sogenannte reichs publizistik sondern
37:05
alle autoren um 1800 von herder goethe
37:09
und schiller bis wieland und eichendorff
37:11
intensiv beschäftigt hölderlins
37:13
nationale wände und vaterländische
37:16
sangart in den jahren um 1800 gehört
37:19
ihnen diesen kontext sie lässt sich an
37:22
einer reihe von texten ablesen die um
37:24
die politische sendung deutschlands
37:26
zentriert sind in diesem umkreis gehören
37:30
dioden gesang des deutschen und an die
37:32
deutschen vor allem aber die in mehreren
37:35
vorstufen und eine erst 1954 in london
37:39
entdeckten reihen schrift überlieferten
37:41
hymne die friedens feier artikuliert den
37:45
erste prosa fassung wohl unmittelbar
37:48
nach dem friedensschluss von lunéville
37:49
in haupt viel entstanden sein dürfte
37:52
in stil bildlichkeit und politisch
37:56
theologischer im phase steht die
37:57
friedens feier der hymne germanien nahe
38:00
beide belegen auch eine psychologische
38:02
wende zum spät stil im apollo
38:05
genetischen vorsatz zur reinschrift
38:07
entschuldigt sich der dichter bei seinen
38:10
lesern die eine zitat solche sprache zu
38:14
wenig konventionell finden könnten
38:17
und ruft ihnen mit luther zu ich kann
38:22
peter szondi hat auf den engen
38:25
zusammenhang hingewiesen den politische
38:28
vision und poetologische wende bei der
38:30
formation von hölderlins hymnischen
38:32
spade spät stil eingehen
38:34
dabei hat er den brief den hölderlin am
38:36
vierten dezember 1801 an kasimir ulrich
38:39
böhlen dorf sendet eine zentrale
38:42
position für hölderlins sogenannte
38:45
überwindung des klassizismus
38:48
im horizont der kür lg songs jaidee
38:52
moderne also der streit der alten und
38:55
der modernen der neuere reflektierte
38:58
brief über die bedeutung dessen was
39:01
hölderlin das eigentliche nationale
39:04
nennt es geht um natur und herkunft der
39:07
griechischen dann aber der
39:09
abendländischen historischen letzten der
39:13
deutschen dichtung dies wird dem brief
39:17
die griechen so hölderlin hätten das
39:21
feuer vom himmel beziehungsweise das
39:23
heilige pathos von natur aus besessen
39:27
hier bewegt sich hölderlin im rahmen der
39:29
von ortes kiel popularisierte
39:31
sogenannten klima theorie der auch
39:33
winkelmann folgte erst um mehr so hell
39:36
berlin habe die abendländische juno
39:39
mission nüchternheit für sein apollon zu
39:42
erbeuten gewusst und so wahrhaft das
39:45
fremde sich aneignen können
39:48
bei uns ist es umgekehrt fährt hölderlin
39:52
fort deswegen ist auch so gefährlich
39:55
sich die kunst regeln einzig und allein
39:57
von griechischer vortrefflichkeit zu
40:00
ich habe lange daran laboriert und weiß
40:02
nun dass außer dem was bei den griechen
40:05
und uns das höchste sein muss nämlich
40:08
dem lebendigen verhältnis und geschick
40:10
wir nicht wohl etwas gleich mit ihnen
40:13
haben dürfen aber das eigene muss so gut
40:15
gelernt sein wie das fremde
40:17
deswegen sind uns die griechen
40:19
unentbehrlich nur werden wir ihnen
40:22
gerade in unserem eigenen nationalen
40:24
nicht nachkommen weil wie gesagt der
40:27
freie gebrauch des eigenen das schwerste
40:30
in einem zweiten politologischen brief
40:32
an bühnen dorf aus dem november 1802 die
40:39
alten dichter kommentieren
40:41
das heißt imitieren es gehe vielmehr
40:44
darum zitat vaterländische und natürlich
40:47
eigentlich originell zu singen solche
40:51
thesen stehen wie gesagt in der langen
40:53
tradition der corrida de moderne die
40:56
erst die hermeneutik adamas und die
40:58
studien eines hans robert hughes seit
41:01
den 1960 er jahren wieder ins
41:03
bewusstsein gehoben haben
41:05
in der tat lässt sich hölderlin weder
41:07
als bloßer lehrling der griechen noch
41:09
als teutonischer bade vereinnahmen
41:11
das kernprogramm jedoch die einsicht in
41:14
die historisch kulturelle bedingtheit
41:16
der abendländischen kultur dieses
41:20
kernprogramm steht in einer
41:22
geschichtsphilosophischen und
41:24
kulturhistorischen traditionslinie die
41:26
bei winkelmann selbst beginnt und vor
41:28
allem durch herder und schiller
41:30
repräsentiert wurde hölderlin hatte wie
41:33
ulrich gaier gezeigt hat herthas
41:35
fragmente über die neuere deutsche
41:37
literatur spätestens 17 94 intensiv
41:41
studiert die einsicht in die historisch
41:44
kulturelle dialektik von klassizismus
41:46
und imitation die es verbieten antike
41:50
kunst einfach zu imitieren war daher um
41:53
1800 eher die regel als die ausnahme
41:57
neben herder und schiller denken werk
41:59
von friedrich schlegels studium aufsatz
42:01
in dem die vereinigung des wesentlich
42:04
modernen mit dem wesentlich antiken als
42:07
voraussetzung einer modernität
42:09
postuliert wurde die nicht ohne die
42:11
höchste selbstständigkeit so schlegel
42:15
heideggers betonung der
42:16
geschichtlichkeit des daseins traf sich
42:19
gut mit dieser wende zur geschichte und
42:21
zur geschichtsphilosophie in deren
42:24
horizont hölderlins zeit erfahrung immer
42:26
schon eingestellt war vierte abschnitt
42:31
die wiederkehr der götter die
42:34
differenz die hölderlin vom herder des
42:37
shakespeare aufsatzes und der ideen
42:39
trennte liegt in den erwähnten politisch
42:42
theologischen unter und neben tönen die
42:45
uns zur hymne germanien nun zurückführen
42:48
die sieben strophen des textes verweben
42:51
drei bereiche oder komplexe poetik
42:54
politik und religion
42:57
der hauptgedanke klang im zitat der
43:00
schlussphase bereits an die
43:02
poetologische frage nach dem eigentlich
43:05
nationalen wird hier in politisch
43:07
geschichtsphilosophische hinsicht
43:09
sie weitet sich zur frage nach der
43:11
bestimmung germaniens an der schwelle
43:13
zum neuen jahrhundert das in schillers
43:16
tischer zuspitzung als anbruch einer
43:18
heiß und erfüllung zeit gefeiert wird
43:21
jochen schmidt hat zu recht auf die
43:23
tradition des pietistischen patriotismus
43:26
dessen kosmopolitisch offene tendenz
43:29
eher der völkischen lesart georges
43:32
kameras und heiligers entgegenstellt
43:35
zita schmid vor der hintergrund
43:38
vorstellung eines himmlischen vaterlands
43:40
ausgehend entwickeln sie einen geistig
43:43
kulturellen vaterlands begriff und in
43:47
der tat zahlreiche motive der germanen
43:49
hymne fügen sich dieser politischen
43:51
theologie des pietismus bruchlos ein
43:55
theologie und spiritualität des
43:57
vaterlands begriffs erweckungserlebnis
44:00
und sprach patriotismus man solche ideen
44:04
konnte die hölderlin rezeption im georgi
44:06
kreis unmittelbar anschließen
44:08
die pietistische vorstellung von den
44:11
stillen im lande die es zu erwecken galt
44:14
präferierte die idee eines geheimen
44:17
deutschlands bei heidegger erfährt der
44:19
patriotismus nun eine ontologische
44:22
rechtfertigung im sinne von sein und
44:24
kurzerhand wird hölderlins patriotismus
44:27
auf die eigene gegenwart bezogen er also
44:31
hölderlin so heißt es da meint das land
44:34
er meint und dieses volk als der erde
44:38
als geschichtliches in seinem
44:40
geschichtlichen sein
44:41
in vielen späten hölderlins wird auch in
44:45
germanien eine ausgreifende suchbewegung
44:48
eine imaginäre reise durch raum und zeit
44:51
voll zu sie führt von germanien nach
44:54
griechenland und wieder zurück das
44:57
gedicht zeichnet sich dabei durch klare
44:58
tektonik und struktur durch einen
45:01
entschiedenen willen zur arithmetischer
45:02
proportion aus der in den elegien
45:06
beispielsweise bisweilen zum vormund
45:09
ordnungs zwang zu werden scheint im
45:13
gegensatz zur hymne die wanderung wird
45:14
in germanien die pin arische strophen
45:17
triade nicht angewandt obwohl kinder als
45:20
modell intersexuell gegenwärtig ist
45:23
hölderlin welt eine anordnung bei der
45:26
sich die sieben strophen symmetrisch um
45:28
die zentrale vierte anlagern
45:30
dadurch entsteht eine dreistufige
45:33
abfolge sie führt den sprecher zunächst
45:35
stufe 1 und 2 zum alten lande der
45:39
griechen zu den göttern und götter
45:42
bildern die in sentimentaler
45:44
grundstimmung also elegisch klagend als
45:48
entflohene bezeichnet werden
45:51
mit der zentralen vierten strophe
45:53
beginnt die erweckung rede die der adler
45:56
an die priesterin und jungfrau germanien
45:59
richtet die drei schluss strophen sind
46:02
eben diese wörtliche rede des adlers die
46:05
der dichter gewissermaßen belauscht wie
46:08
in einer offenbarung und uns referiert
46:13
indirekte rede gewissermaßen
46:15
diese form ist mit überlegung gewählt
46:17
der dichter ist mittler eines mittlers
46:20
boote eines boten zaungast und zeuge
46:23
einer prophetie die der adler an die
46:25
jungfrau germania die tochter der
46:27
heiligen ehrt richtet nicht der dichter
46:30
spricht die prophetie aus sondern der
46:32
adler dessen wörtliche rede wie gesagt
46:34
die drei strophen füllt der adler weist
46:37
germania auf ihre mission hin
46:39
schließlich wird der neue götter tag im
46:41
bild der feierlichen festgemeinschaft
46:43
die auf die friedens feier verweist
46:46
imaginiert die dialektische bewegung
46:49
entfaltet sich entlang der historischen
46:50
po grafischen antinori zwischen
46:53
griechenland und deutschland
46:55
sie ist erfüllt von der spannung
46:57
zwischen erwartung und erfüllung tod und
47:00
wiedergeburt vergessen und erinnern und
47:03
soweit die idee der palling gené sie
47:06
also der wiedergeburt ist wie in männer-
47:09
und klagen um die optima oder in brot
47:11
und wein der thematisch motivische kern
47:15
die wiederkehr der himmlischen
47:17
manifestiert sich in einer wiedergeburt
47:19
der natur im frühling
47:21
davon handelt strophe drei zitat schon
47:25
grüne tja im vorspiel rauerer zeit für
47:28
sie erzogen das fällt doch gehen wir der
47:33
der reihe nach vor der beginn der hymne
47:36
lautet folgendermaßen nicht sie die
47:40
seligen die erschienen sind die götter
47:42
bilder in dem alten lande
47:44
sie darf ich ja nicht rufen mehr wenn
47:48
aber ihre heimatlichen wasser jetzt mit
47:51
euch des herzens liebe klagt was will es
47:55
anders das heilig trauernde denn voll
47:58
erwartungen liegt das land und als in
48:02
heißen tagen herabgesenkt um stattet
48:06
heute hier sehen denn uns ahnungsvoll
48:09
ein himmel voll ist er von verheißungen
48:12
und scheint mir drohend auch doch will
48:15
ich bei ihm bleiben und rückwärts soll
48:18
die säle mir nicht fliehen zu euch
48:20
vergangene die zu lieb mir sind denn
48:24
euer schönes angesicht zu sehen als wäre
48:28
es wie sonst ich furcht es tödlich ist
48:31
und kaum erlaubt gestorbene zu wecken
48:36
ohne zweifel hat dieser auftakt etwas
48:39
befremdliches das ex audi um ist nicht
48:43
affirmationen sondern negation oder mit
48:46
adorno bestimmte negation das gedicht
48:50
geht so gleich in medias res führt in
48:53
einen inneren monolog der mit der
48:56
gegenstimme im prohibitiv sozusagen
48:58
beginnt sie darf ich ja nicht rufen mehr
49:03
dieser spektakuläre auftakt ist nicht
49:06
ohne vorbild er verweist auf das
49:08
wichtigste modell der späten hymne neben
49:11
pin da noch die absage an die
49:13
klassischen götter ist also ein stück
49:15
klassischer literatur literarischer
49:19
so beginnt auch die fünfte nation oder
49:21
pin das mit einer expliziten negation in
49:24
der sogar die götter bilder ihren platz
49:26
finden nichts statuen bildner bin ich
49:30
dass ich zum ruhen bestimmte bildwerke
49:32
schaffen könnte die auf ihrem sockel
49:35
stehen vielmehr auf jedem last schiff
49:38
und dem boot süßes leads reiter aus
49:41
eigener fort und so weiter thema der
49:45
ersten strophe der hymne germanien ist
49:47
die liebe des sprechers zu den göttern
49:49
griechen landesdienst stufe 2 sogleich
49:51
als entflohenen götter angesprochen ja
49:55
wer spricht hier überhaupt nun die
49:58
philologisch korrekte lyrik analyse
50:01
greift um nicht dem erlebnis lyrischen
50:04
fehlschluss zu unterliegen zu einem
50:08
verlegenheits begriff und spricht vom
50:10
artikulierten ich auch heiliger stellt
50:14
diese frage wer spricht denn da heiliger
50:18
hat sensibel den sprecher wechsel im
50:20
gedicht kommentiert und markiert für ihn
50:24
bezeichnete einen wendepunkt im gedicht
50:26
das mit der prophetie des adlers hier
50:29
eben kein ebener text mehr sei wie
50:33
heiliger sagt sondern ein wirbel der uns
50:36
irgendwo hin reißt der die sprache zur
50:41
mit hölderlins politischen kalkül hat
50:44
diese wendung in die selbstreferenz also
50:47
der wirbel der die sprache zu sprache
50:50
bringt allerdings wenig zu tun
50:53
die worte des adlers gewinn bei
50:54
hölderlin durch die fehlende schließung
50:57
am ende einen besonderen status
50:59
das gedicht verlässt wie heiliger
51:01
wiederum richtig gesehen hat die ebene
51:03
subjektiver gedanken lyrik und wird zum
51:05
gefäß einer offenbaren die der dichter
51:08
als medium belauscht und für uns in
51:10
verfasst im übrigen stellen die
51:13
eingangsphase nicht sie die subjektive
51:17
bedingtheit und biografische kontingents
51:19
jedoch geradezu aus in den ersten beiden
51:22
stufen spricht kein rollen ich sonst
51:25
würde dieses gedicht gewissermaßen gar
51:27
nicht funktionieren sondern ein
51:29
bekennendes subjekt das den götzen
51:31
wieder sagt oder doch zu wieder sagen
51:33
sich vornimmt yamani beginnt wie ein
51:36
bühnen monolog der die zerrissenheit des
51:39
protagonisten artikulieren soll dieser
51:41
protagonist ist nun niemand anders als
51:43
der dichter selbst der sich sehr der
51:45
sich historisch wird im rückblick auf
51:48
die eigene seele geschichte wird die
51:50
revisionen des vorliegenden werkes
51:52
betrieben revision oder parrino die das
51:57
dichte ich konstituiert sich im widerruf
51:59
seiner früheren versuche panis und
52:01
christliches zu identifizieren zu
52:04
erinnern wäre wieder an brot und wein
52:07
widerruf von carino die sind auch sonst
52:10
in späten hymnen ein durchgehender zug
52:12
zu spezifik dieser dichtung gehört es
52:15
dass sie die rolle des politikers nicht
52:17
einfach bezieht sondern zuerst
52:19
reflektiert wenn der sprecher in stufe 2
52:23
von uns zweifelnden spricht dann ist
52:25
diese reflexive brechung gemeint uns
52:29
zweifelnden das betrifft eben auch die
52:31
position des sprechers germanien ist
52:35
nicht prophetie sondern reflexionen über
52:37
deren voraussetzungen und über die
52:39
anforderungen des dichter berufs der
52:42
dichter ist aber nicht nur zuschauer
52:43
einer vision sondern mittler des
52:49
ich komme damit zum fünften abschnitt
52:52
der güter gefährlichstes die ersten
52:55
beiden strophen von germanien sind
52:57
durchzogen von einer tiefen ambivalenz
53:00
gegenüber den alten göttern den göttern
53:03
griechenlands hölderlin schließt hier an
53:05
ein thema an das schiller mit seinem
53:07
gedicht die götter griechen landes von
53:11
sie stoßen eine debatte um die neue
53:14
religion an also die götter griechen
53:17
landes beziehungsweise um die neue
53:18
mythologie die den problemen kern von
53:21
hölderlins mittlerweile später lyrik
53:24
bildet die ersten beiden strophen von
53:26
germanien nehmen die elegische
53:28
sentimental ische perspektive schillers
53:30
auf reflektieren sie aber noch einmal
53:33
schillers gedicht ist dabei klar
53:35
einrollen gedicht ein perspektivisches
53:38
spiel inszeniert wird ein sprecher der
53:40
inmitten einer imaginären landschaft
53:42
über die entgelte welt der moderne klagt
53:48
da ihr noch die schöne welt regiert an
53:51
der freude leicht am gängelband selige
53:53
geschlechter noch geführt
53:55
schöne wesen aus dem fabel land achter
53:58
wonne dienst noch glänzte wie ganz
54:00
anders anders war es da
54:03
da man deine tempel noch begrenzte venus
54:05
am attersee der sprecher beklagte
54:08
entzauberung der natur den verlust einer
54:11
empfindung weise die im späteren essay
54:13
über naive und sentimental ische
54:15
dichtung als naiv charakterisiert wird
54:18
den griechen ist religion doppelt nahe
54:21
er fährt sie in der natur und im
54:24
gottesdienst und ritual griechische
54:26
religion ist winkel umso zitates band
54:30
der gesellschaft und der geselligkeit
54:32
aber nicht im sinne von disziplinierung
54:34
sondern von fest und feier auch dies ein
54:38
thema das ja dann der hölderlin
54:39
wiederkehrt fest und feiern
54:41
betend an der grazien altären kniete da
54:44
die holde priesterin sandte stille
54:46
wünsche an kriterien und gelübde an die
54:49
charité kunst und religion sind in
54:52
schillers vision eng verbunden kunst ist
54:55
die sinnliche hülle das soziale medium
54:57
des religiösen dionysos der große freude
55:00
bringe die tempel so heißt es lachten
55:02
gleich palästen kein begriff fällt
55:05
häufiger als die freude für die
55:07
vertreibung der götter aus der modernen
55:09
welt werden nationalistische
55:11
naturwissenschaft und christlicher
55:13
monotheismus in seiner protestantischen
55:15
spielart verantwortlich gemacht einen zu
55:18
bereichern unter allen musste diese
55:21
götterwelt diese politik muss vergehen
55:24
der christliche gott der hier wie ein
55:26
absolutistischer herrscher oder
55:28
usurpator erscheint trägt die züge der
55:31
aufgeklärten gottes idee erst ein deus
55:34
ex konditors der den gläubigen fern
55:36
bleibt mühsam spielideen lande frucht
55:39
los in der st innenwelt doch die
55:42
wiederkehr der götter bleibt ein
55:43
vergeblicher wunsch bei schiller die
55:45
klage schöne welt wo bist du
55:47
kehre wieder holdes blüten alter der
55:50
natur verhallt ungehört im leeren raum
55:53
der nationalistischen moderne schillers
55:58
klage um den verlust der schönen welt
55:59
der götter griechen landes ist
56:01
ausgangspunkt für den beginn von
56:05
dieser bezug ist jedoch wie gesagt
56:07
dialektisch hölderlin schließt in der
56:09
leg elegischen perspektive in der
56:12
grundstimmung wie heiliger sagt im motiv
56:15
der sehnsucht nach den götter bildern an
56:17
schiller an diese sehnsucht ist etwas
56:20
sehr persönliches subjektives ja intimes
56:23
das buchstäblich zu herz geht wie es im
56:25
text heißt es zähne die in der liebenden
56:28
zwiesprache der freundlichen seele mit
56:31
gott wie sie die mystische tradition
56:33
etwa in der tus nachtigall für dich
56:36
kennt in der pietistischen religiosität
56:38
und lead dichtung des achtzehnten
56:40
jahrhunderts bei zinzendorf oder test
56:42
gegen wirkt diese braut mystische
56:45
tradition fort sehnsucht liebe herz
56:48
ahnung all das sind schlagworte die
56:50
hölderlin dieser pietistischen
56:52
religiosität und mystic verdankt
56:55
gegenstand der ersten strophe ist aber
56:57
nicht so sehr die klage selbst als die
56:59
frage nach ihrer legitimität
57:01
exponiert wird die zerrissenheit der
57:03
zweifel des lyrischen ichs bei schiller
57:06
hat die flucht der götter einen
57:08
zivilisation und fortschritt
57:10
geschichtlichen oder kritischen grund
57:12
monotheismus zerstört die
57:15
voraussetzungen des polytheismus die
57:17
religionskritik der aufklärung bei der
57:20
wto oder in schalke boss fetischismus
57:24
analyse wird von schiller gewissermassen
57:26
rückgängig gemacht und invertiert anders
57:29
hölderlin das verschwinden der pagani
57:31
götter bleibt ebenso unerklärt wie ihre
57:34
ahnungsvoll wiederkehr oder erneuerung
57:37
sie ist ein schlecht weniges
57:39
historisches faktum das faktum des
57:43
historischen selbst dabei sind die
57:46
aussagen über die griechischen götter
57:47
durchaus widersprüchlich hölderlin
57:49
spricht sie als selige und götterbilder
57:51
an dann wieder als vergangen und
57:53
gestorbene als entflohene götter als
57:56
schatten als götter menschen und heilige
57:59
schar der tod der götter ist aus
58:02
christlicher perspektive ein
58:03
irritierendes motiv in der klassischen
58:06
mythologie und religion dagegen ist tod
58:08
und wiedergeburt der götter fest
58:10
etabliert ich nenne als beispiele
58:12
orpheus und dionysos aber auch per se
58:14
von ihr die abwechselnd ein halbes jahr
58:17
in der unter und oberwelt lebt der
58:19
griechische schriftsteller plutarch
58:21
überliefert in seiner mythen kritischen
58:24
schrift die defekten akku lohrum also
58:27
über das ende der orakel die legende vom
58:30
tod des großen plan als beweis für die
58:34
sterblichkeit der pagani götter ein
58:36
motiv das nietzsche dann aufnehmen
58:39
sollte doch der tod der alten götter ist
58:42
nicht das letzte wort bei hilde im
58:45
gegenteil im bogen von vers 1 bis 32
58:48
werden wir zeuge einer palling genese
58:49
die der text performativ vollzieht in
58:52
der sehnenden anrufung beleben sich die
58:55
dieser vorgang bildet sich wiederum in
58:58
der rede des syrischen subjekts ab die
59:01
toten götterbilder also statuen werden
59:04
lebendig sie drängen uns geradezu
59:08
der dichter tut eben das was er sich
59:10
eingangs versagt ja er tut es also
59:12
trotzdem er bricht das tabu gestorbene
59:15
zu wecken er betreibt mit anderen worten
59:18
toten beschwörung nec geomantie der
59:22
politik wird zum magier und schamanen
59:25
der die geister der vergangenheit
59:26
evoziert diese magische sprachfunktion
59:29
hat martin heidegger sehr klar gesehen
59:32
und herausgearbeitet die funktion des
59:35
dichters besteht nicht nur darin dass er
59:37
die winkel der götter weiter winkt ins
59:39
volk sondern in einem beschwörenden
59:43
hölderlin betont dessen gefährlichkeit
59:46
die begegnung mit den toten untoten kann
59:49
tödlich sein vers 15
59:51
der dichter ist sensibel für die ankunft
59:53
der schatten lehrer so gewesen sind es
59:57
er pflegt umgang mit den geistern dass
1:00:01
die sprache der güter gefährlichste sei
1:00:04
betont hölderlin in einem fragment des
1:00:07
heiliger bereits in § 7 der germanen
1:00:09
vorlesung erläutert und im vortrag von
1:00:12
936 aufgreifen wird zitat denn in der
1:00:17
sprache wagt sich der mensch am
1:00:19
weitesten vor erwartet sich mit ihr als
1:00:22
solcher überhaupt erst hinaus in das
1:00:24
seien nur wo sprache ist das heißt beim
1:00:28
menschen nicht beim tier geschieht
1:00:30
zugleich die lichtung des seins und die
1:00:32
möglichkeit der science bedrohung in
1:00:36
germanien ist die begegnung mit den
1:00:39
geistern schatten und stimmen die nur
1:00:41
der dichter fühlt oder hört bei aller
1:00:44
ambivalenz noch positiv besetzt obwohl
1:00:47
auch schon hier von drohungen und
1:00:49
bedrohungen von tödlichen wirkungen
1:00:52
durch die götter die rede ist
1:00:54
in den weiteren einträgen und
1:00:56
überarbeitung stufen des folio heftes
1:00:59
nimmt dieses motiv der bedrängnis und
1:01:03
gefährdung durch die götter jedoch
1:01:07
ein ergreifendes zeugnis für die
1:01:09
verdunkelung in hölderlins götter
1:01:11
gottesbild ist der bekannte brief an
1:01:14
kasimir von müllendorf geschriebenen
1:01:16
november 18 2 ich hatte ihn schon
1:01:18
zitiert nachhall der dienst rückkehr aus
1:01:21
in dem der dichter das zitat gewaltige
1:01:24
element das feuer des himmels und die
1:01:26
stille der menschen in südfrankreich
1:01:29
charakterisiert und beinahe und
1:01:31
vermittelt hinzuzufügen und wie man
1:01:33
helden nach spricht kann ich wohl sagen
1:01:35
dass mich apollo geschlagen
1:01:38
auch heiliger zitiert die stelle immer
1:01:42
wieder arbeitet hölderlin jene passagen
1:01:44
seiner texte um die von der begegnung
1:01:47
mit den göttern oder von der möglichkeit
1:01:49
einer begegnung sprechen
1:01:51
diese begegnung wird immer mehr als
1:01:53
traumatisch oder destruktiv beschrieben
1:01:56
in der überarbeitung von brot und wein
1:01:58
im folio f die sie hier sehen können
1:02:01
wird aus der heiter klassizistischen
1:02:04
festgemeinschaft von menschen und
1:02:06
göttern im klassischen griechenland ein
1:02:07
verheerender feuersturm die
1:02:10
antichristliche eucharistie angelehnte
1:02:13
vorstellung von der austeilung der gaben
1:02:15
durch die götter verkehrt sich innerhalb
1:02:17
eines verses ins gegenteil vater etr
1:02:22
verzehrt und strebt wie flammen zu erde
1:02:26
tausendfach kommt der gott unten liegt
1:02:29
wie rosen der grund himmlischen
1:02:31
ungeschickt vergänglich aber wie flammen
1:02:34
wirken von oben und prüft leben
1:02:36
verzehren und uns aus die aber deuten
1:02:39
dort und da und heben die häupter
1:02:41
menschen aber gesellt teilen das
1:02:44
blühende gut dass verzehrende so kommt
1:02:49
himmlisches tief erschüttern gelangt so
1:02:51
aus dem schatten herab unter die
1:02:56
die insistierende wiederholung der worte
1:02:59
flammen und verzehren in diesem
1:03:01
textausschnitt wirkt beunruhigend wälder
1:03:04
links gottes idee ja gotteserfahrung
1:03:06
trübt sich im verlauf der einträge ins
1:03:09
homburger folio heft mehr und mehr ein
1:03:11
der dichter ringt das zeigen diese
1:03:14
zeilen zunehmend um angemessene
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ausdrucksmittel für eine erfahrung der
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die klassische mythologie zunehmend in
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kommen so rabl wird in den texten nach
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802 werden die götter zu gestalten
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drängenden schattenhaften oder
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verzehrenden mächten
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die das subjekt nicht mehr abzuschütteln
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vermag die bearbeitungs stufen von
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patmos zeigen diese tendenz noch
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deutlich noch deutlicher die götter
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äußern sich in der ersten fassung von
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patmos noch freundlich im sinne der
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partie ist ischen grundidee als stimmen
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des heißen heinz fries 69 stimmen des
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heißen 1 in der dritten fassung heißt es
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dagegen schon wie feuer sind stimmen
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gottes und am ende des parlamentarischen
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entwurfs wird der begegnung mit gott
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pathogene wirkung zugeschrieben
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zu viel aber der liebe wo anbetung ist
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ist gefahr reich trifft am meisten jene
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wollten aber vom angesicht des herrn
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nicht lassen und der heimat ein geboren
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wie feuer war in dem eisen das und ihnen
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zur seite ging wie eine solche der
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schatten des lieben
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in der nun folgenden bearbeitungs stufe
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ist die intensität des destruktiven dann
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noch weiter gewachsen wie feuer in
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stetten tödlich lebens sind gottes
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stimmen brennend ist aber gewiss lich
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das gleich behalten im großen das große
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ich komme zum schluss die begegnung der
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jünger mit christus wird in diesen
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texten zur fatalen heimsuchung aber
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nachher sein licht war tot heißt es
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erschüttert sein licht also christi
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antlitz dann heißt es präzisiert und
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schaden war das angesicht des gottes
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wirklich hölderlin schreibt an solchen
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stellen eine biografie der göttlichen
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offenbarungen deren konsequente für
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düsteren schockt die aber von heiliger
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sehr sensibel und kongenial in der
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vorstellung einer bedrohung durch das
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seien aufgenommen wurde
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die umarbeitung der späten ebenen im
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folio heft und außerhalb suchen immer
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wieder nach geeigneten ausdrucksmitteln
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die ambivalenz dieser tödlich liebenden
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paradox ahlen gotteserfahrung zu
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aus solchen zunehmend schaffen
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graf in der offenbarung hölderlins
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eigene biografie zu entwickeln ist so
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verlockend wie zweifelhaft dass sie
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nicht einfach in einer tobte inspiration
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des pkws und des visionären aufgehen
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also literarisch neutralisiere sind
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dürfte auch auf der hand liegen
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der literaturwissenschaftler steht hier
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an jener in der ersten vorlesung
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beschriebenen methodischen grenze die
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ihm seine verpflichtung auf das wie
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heiliger sagt historische getue in
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diesem fall entlastend vorgibt der fall
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hölderlin bleibt für ihn ausschließlich
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ein fall für die literaturgeschichte