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Erkenntnistheorie (2026): 7. Vorlesung: Heidegger über Kants Begriff der Einbildungskraft

1:11:24GermanTranscribed Jul 28, 2026
0:09

Ja, guten Morgen, meine Damen und

0:10

Herren. Wir haben wieder ein großes

0:12

Programm vor uns. Ich mache noch mal wie

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immer einen kleinen Rückblick zu zur

0:16

letzten Sitzung, die ja nicht ganz

0:17

uninteressant war, als wir uns der quasi

0:19

der Erkenntnistheorie Hegels gewidmet

0:21

haben und darauf will ich zu Beginn noch

0:24

mal etwas eingehen.

0:29

Die Grundfrage bei Hegel lautete: Was

0:32

ist eigentlich die Wirklichkeit und wie

0:33

kommen wir an diese Wirklichkeit ran?

0:36

Und äh oder noch genauer gefragt, wie

0:38

gelangen wir zu einer wahren Erkenntnis

0:41

der Wirklichkeit in Ihrer Gränze?

0:43

Er richtet sich dabei unter anderem

0:45

gegen eine Vorstellung, die wir vor

0:47

allem bei Kant kennengelernt haben. Äh

0:51

denn man könnte Kant so ausdrücken, dass

0:53

bevor wir uns an die Frage äh mit der

0:55

Frage beschäftigen, also wie können wir

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uns überhaupt äh auf auf die Erkenntnis

1:00

des Waren richten es und wie sinnvoll

1:02

ist, wenn wir erst einmal unseren

1:04

Erkenntnisapparat analysieren und

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gucken, wie der wie der funktioniert.

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Wir müssen sinnbildlich gesprochen

1:11

zuerst den Apparat, die Brille, das

1:13

Medium unserer Erkenntnis analysieren,

1:15

durch die wir die Welt betrachten und

1:17

dann können wir die Frage stellen nach

1:19

der Wirklichkeit unserer

1:19

Erkennisstruktur.

1:22

Hegel hält diesen Ansatz sehr nen sich

1:24

für problematisch. Warum? Weil das

1:26

Medium unserer Erkenntnis im gewissen

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Sinne nie etwas ist, dass wir absetzen

1:30

können, um dann quasi mediumsfrei und

1:32

verzerrungsfrei uns an die Wirklichkeit

1:34

in ihrer Fülle wenden zu können. Wir

1:37

können nicht erst aus der Welt

1:39

heraustreten, unser Erkenntnisvermögen

1:41

untersuchen und dann wieder in unser

1:43

Erkenntnisvermögen wieder eintreten, das

1:45

ja zwischen Geist und Welt vermittelt.

1:48

Deshalb ist es auch falsch, unser

1:49

Erkenntnisvermögen als Medium oder als

1:51

Werkzeug zu verstehen. Ein Motiv, das

1:54

Hegel gleich zu Beginn der äh

1:57

Phänomenologie des Geistes darstellt.

2:00

Also das Medium als Kenn erkennt, das

2:02

Erkenntnisvermögen als Medium oder als

2:04

Werkzeug zu verstehen

2:06

unter untermalt od zu sagen unter

2:09

unterhöht die Erkenntnis, die um dieses

2:10

Hegel geht eben den Hinweis darauf, dass

2:12

das Medium immer schon einen Eingriff

2:15

oder einen Zugriff auf das äh zwischen

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dem es medialisiert hat.

2:20

Das Medium ist nicht neutral. Das Medium

2:22

zwischen uns und der Wirklichkeit ist

2:24

nicht neutral, sondern das Medium

2:26

entbürgt uns jeweils gemäß des Mediums

2:28

die Wirklichkeit in ihrer Fülle oder in

2:30

ihrer Objektivität oder in ihren

2:31

Wahrheitsgehalten.

2:33

Wirklich ist wirkliches ist durch das

2:36

Medium das wirkliches erkennt bedingt

2:39

das erstmal sehr irritierend, wenn man

2:41

den Eindruck hab, ja wirklich ist doch

2:42

ist doch das, was da draußen ist. Aber

2:43

nein, äh das was da draußen ist, das

2:46

wirkliche, auf das wir uns Denken

2:47

beziehen, ist durch das Medium desselben

2:49

des Denkens selbst bedingt. Unser Denken

2:52

ist immer schon ein zeitbedingtes Medium

2:54

der Vermittlung, ohne dass unser Denken

2:55

aus der Vermittlung selbst aussteigen

2:57

kann.

2:59

Die Welt unserer Erfahrung entbürgt sich

3:01

in der geschichtlichen Entwicklung des

3:02

Denkens. ist das ja sozusagen die die

3:04

Leitese von Hegels Geschichtstologie und

3:06

auch ja Genealogie des Denkens des

3:08

Geistes, wobei der Maßstab mit dem mit

3:12

dem das Denken ja irgendwie das die

3:13

Wirklichkeit versucht irgendwie dann zu

3:15

messen oder auszugestalten,

3:17

also der der Maßstab der Wahrheit, der

3:19

zwischen Denken und Sein vermittelt,

3:22

nicht geschichtslos ist, sondern in die

3:24

geschichtliche Struktur des Denkens

3:26

selbst hineinfällt. Also der Wahrheit,

3:28

der Maßstab der Wahrheit fällt selbst in

3:30

die Geschichte des Denkens.

3:32

Deshalb schauen wir auch heute beim

3:34

Blick in den Sternenhimmel auf andere

3:36

objektive Sachverhalter, als es Menschen

3:38

vor 1000 Jahren getan haben. Obwohl,

3:39

wenn wir alle in den Sternhimmel

3:41

schauen, eigentlich dasselbe empirische

3:43

Phänomen haben. Wir sehen nämlich etwas

3:44

schwarzes und ein paar Punkte da drin,

3:46

aber wir sehen eventuell dabei jetzt

3:48

nicht mehr nur irgendwelche welchen

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himmlischen Sphären oder irgendwelche äh

3:51

sozusagen mythischen Sternenbilder,

3:53

sondern wir wir ahnen, dass da hinten

3:55

und dahinter hinter den flackernden

3:57

Gestalten sich ganze Galaxien verber

4:00

verbergen und damit sehen wir natürlich

4:02

etwas, obwohl das empirische der

4:04

empirische Input derselbe ist, natürlich

4:05

etwas anderes als Menschen vor 1000

4:07

Jahren.

4:10

Aber die Sachverhalte

4:11

haben sind dann eben unterschiedlich von

4:13

vor 1000 Jahren und verglichen mit

4:15

heute, weil das Medium, wie gesagt, das

4:17

Medium der Erkenntnis, Hegel nennt es

4:19

Geist nicht nur uns verändert, die wir

4:22

jetzt eben nicht mehr wie vor 1000

4:23

Jahren sehen leben, sondern auch die

4:25

Objekte, die auf die wir uns richten,

4:27

die Himmelskörper beispielsweise da

4:29

draußen. Deshalb können sie heute gar

4:31

nicht anders als Galaxien im Sternhimmel

4:33

über ihn zu erkennen und keine

4:34

himmlischen Sphären jetzt im klassischen

4:36

metaphysischen Sinne.

4:39

Für Hegel ist Erkenntnis deshalb kein

4:40

bloßes Sammeln von Fakten. Sie ist

4:42

durchzogen von Erfahrung der

4:43

Negativität. Auch das haben wir äh

4:46

reflektiert. Erfahrung ist strukturiert

4:49

von Negativität. Negativität ist aber

4:51

nichts schlechtes, sondern der

4:52

eigentliche Motor quasi den der den

4:54

Geist antreibt, immer wieder sich

4:56

sozusagen einen neuen Wahrheitsmaßstab,

4:59

der zwischen Denken und Sein vermittelt

5:00

und wie zu erarbeiten oder äh da sich

5:03

hin immer wieder neu durchzu

5:05

durchzuringen. Negativität verweist uns

5:07

auf die inherente Grenze dieses Geistes,

5:10

das äh oder was Hegel auch den Begriff

5:13

nennt. ähm also Negativitätserfahrung,

5:17

die dazu beitragen, dass Geist sich je

5:20

neu überschreitet und zwar auf Gestalten

5:22

hin, von denen der Geist in seiner

5:24

Entwicklung noch nie noch keine Ahnung

5:26

hat, wie diese Gestalten sich keine

5:28

Ahnung, welche Gestalten

5:32

der der Geist selbst annehmen wird. Und

5:34

zwar, weil der Geist nicht in die

5:36

Zukunft schauen kann, sondern er kann

5:37

sich erst sozusagen aus der aus der dann

5:39

sich ereignet habenden Zukunft rückschau

5:42

und erkannt haben, also immer in einer

5:44

Zeitstruktur der Retrospektivität.

5:47

Ich habe ihn hier noch mal einige

5:49

sozusagen Folien noch mal hier

5:50

zusammengestellt, die das irgendwie

5:52

deutlich machen. Also, man könnte sagen,

5:54

sie haben ja bei diesem bei diesen

5:55

beiden Achsen äh ist das die X oder die

5:59

Y-Achse? Ich vergesse das immer, die

6:01

hier, die hochgeht.

6:03

Wusste ich doch. Äh, also die Y-Achse,

6:06

da könnte man sagen Zunahme an

6:08

Selbstbewusstsein des Geistes sozusagen

6:10

in seiner Genealogie. Hegel wird sogar

6:12

sagen, der Geist kommt aus der Natur.

6:13

Ja, und dann ist irgendwie klar, ja, wie

6:14

kommt er dann irgendwie aus der Natur?

6:17

Also Zunahme an, ich würde sagen modern

6:19

gesagt, Zunahme an Komplexität, ja,

6:21

Selbstbewusstsein. Und dann haben wir

6:23

hier unten quasi die X-Achse. Äh, ich

6:27

weiß genau, wovon ich rede. Äh, die

6:29

quasi als Zeitstrahl jetzt auch wieder

6:31

etwas über aktualisiert gedacht. Äh,

6:33

vom, denken Sie, vom Urknall.

6:35

Wahrscheinlich wusste Hegel noch nichts

6:36

von einem Urknall, ist ja klar. Durch

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die diversen Etappen der Geschichte bis

6:40

zu der Zeit. Jetzt gehen wir mal davon

6:41

aus, dass hier die letzte Epoche 1807

6:44

ist die Epoche, wo Hegel die

6:45

Phänomenologie des Geistes schreibt. Und

6:46

dann würde er sagen, ich Hegel erkenne

6:49

aus dieser Geschichte die Gene, die

6:52

prozestologische

6:53

und geschichtspilosophische Genealogie

6:55

dessen, was ich Geist nenne. Geist ist

6:57

ein transhistorisches Phänomen, so

6:59

kurzusagen menschlicher Erkenntniskraft.

7:02

Und diese Erkenntniskraft ist immer

7:03

kollektiv, ist in dem Sinne immer auch

7:05

eingebunden in einen gewissen Zeitgeist

7:07

und der Zeitgeist definiert, was

7:08

eigentlich der Wahrheitsmaßstab äh der

7:10

heute über der heute zwischen Geist und

7:13

Welt vermittelt.

7:16

Das nur noch mal, es geht ja immer um

7:18

dieses jetzt auch primitiv gesagt

7:19

zwischen das Verhältnis von Denken und

7:21

Seen. Man kann es auch interpretieren

7:22

zwischen Wort und Gegenstand. So nennt

7:24

es Quin oder Subjekt und Objekt. Und

7:26

dann, wenn ich richtig, wenn ich Hegel

7:28

richtig verstehe, würde er sagen, dass

7:30

sich sozusagen in un bei unseren

7:32

Vorfahren das Objekt noch als übermäßig

7:36

und gewaltig äh äh oder das das Objekt,

7:40

die Objektwelt wurde als übermächtig

7:41

interpretiert.

7:43

das Subjekt ihr gegenüber klein

7:46

unbedeutend gegenüber einer Welt, die

7:48

von Göttern erscheint und von Kräften,

7:50

göttlichen Kräften durchzogen ist, auch

7:53

wieder alles sehr schematisch gesagt und

7:55

dann verstehe ich Hegel so, dass er

7:56

sagt, in diesen Erfahrung quasi der der

7:58

das Fortschritt des Geistes wird dieser

8:01

Subjektpol immer in quasi Erkenntnis

8:03

Schüben und erkenn dialektischen

8:05

Erkenntnisbewegungen immer größer,

8:08

bis man eventuell sagen könnte, dass er

8:10

quasi auf auf ein in der in der gleichen

8:12

Größe ist wieder Und das Subjekt das

8:13

plötzlich erkennt, ah, das sind gar

8:15

nicht nur zufällige kontingente

8:17

Ainanderreihung von historischen

8:18

Prozessen, sondern hier ist es hier geht

8:20

es ein Prozess im Ganzen des Geistes,

8:22

der sozusagen von seinem Ursprung sich

8:24

immer mehr entfaltet, aber wenn er sich

8:26

entfaltet, eigentlich immer mehr zu dem

8:28

wird, was in seinem Ursprung schon

8:29

angelegt ist. Ich hatte ich hatte

8:31

erwähnt, dass es gar nicht so falsch

8:33

ist, diese Entwicklung des Geistes aus

8:35

sozusagen metteoretischen Perspektive

8:37

der Menschheitsgeschichte auch auf ihre

8:38

eigene individuelle

8:39

Selbstbewusstseinsstruktur

8:41

zu beziehen, weil auch sie mehr oder

8:42

weniger nicht anders können als ihre

8:44

eigene Lebensgeschichte als eine

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Genealogie immer neue Erfahrungsstübe

8:48

ihres Bewusstseins zu interpretieren.

8:50

Sie können nicht sagen: "Ah, ich war mal

8:52

ein paar Jahre weg und dann war ich

8:53

wieder da."

8:54

ähm sondern auch ihr Selbstbewusstsein

8:56

kann gar nicht anders als sozusagen die

8:58

die die Vorgeschichte als Bedingung der

9:00

Möglichkeit ihres reflexiven

9:02

Selbstbewusstsein jetzt zu

9:03

interpretieren.

9:07

Hier noch mal ein Zitat. Diese

9:09

dialektische Bewegung, welche das

9:10

Bewusstsein an ihm selbst sowohl an

9:13

seinem Gewissen als auch seinem

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Gegenstände ausübt, insofern ihm der

9:16

neue wahre Gegenstand daraus entspringt,

9:18

es ist eigentlich dasjenige, was

9:19

Erfahrung genannt wird. Also Erfahrung

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ist, dass mit jeder neuen dialektischen

9:23

Wendung ein neuer Gegenstandsbezug, ein

9:25

neues Objekt entsteht aus der Genese der

9:28

vorhergehenden und gleichzeitig das

9:31

Subjekt dabei im gewissen Sinne immer

9:33

selbstbewusster ist, nicht nur

9:34

selbstbewusster, immer immer mehr weiß,

9:36

was ist der Wahrheitsmaßstab, den ich an

9:37

das Objekt anlege.

9:41

Und was hat das was hat das mit

9:43

Zerrissenheit und Negativität zu tun? Na

9:45

ja, weil der Geist letztenendes immer zu

9:46

spät zu sich kommt. Er ist immer in

9:49

Unruhe. Er hat sich selber nicht

9:50

selbsttransparent im Blick, genauso

9:52

wenig wie sie sich selbsttransparent im

9:54

Blick haben, sondern sie werden auch

9:55

immer nur aus der Zukunft retrospektiv

9:58

erkannt haben, wer sie gewesen sein

9:59

werden oder wie sie gewesen sind.

10:02

Und in dem Sinne ist so ist ihr

10:04

Selbstbewusstsein wie das

10:05

Selbstbewusstsein des quasi

10:06

metaphysischen Geistes bei Hegel im

10:08

gewissen Sinne in sich immer mit sich in

10:10

sich uneins in zerrissen.

10:14

Hier noch mal ein Schaubild, das auch

10:16

ganz schön veranschaulicht mit Grafiken

10:19

von Escher.

10:21

Ich lese mal kurz vor. Hegels

10:22

Begriffsgeschichte ist jedes

10:24

Zusammenspiel von Form und Inhalt, weil

10:27

es gibt einen empirischen Inhalt und

10:28

dann ist es gibt es die Formstrukturen

10:30

des Denkens.

10:31

wie das Denken, den Inhalt, das Sein

10:33

kategorisiert.

10:36

Die Begriffsgeschichte ist jedes

10:37

Zusammenspiel von Form und Inhalt. Hier

10:39

versinnbildlich durch die Zeichnung des

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dänischen Grafikers MC Escher. Die

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Erkenntnis entdeckt nichts hinter dem

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Schleier der Phänomene,

10:47

sondern ihre Form des Denkens gibt je

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den Inhalt dessen vor, was sie als vom

10:52

Denken unabhängig glaubt, repräsentiert,

10:54

vor sich gebracht zu haben.

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Es gibt ein dialektisches Umkippen, ein

11:01

ineinander übergehen von Form und

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Inhalt. Trotzdem muss jede

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Bewusstseinsform sich absolut setzen,

11:06

selbst dann, wenn sie schon auf dem Weg

11:08

ist, in eine neue Gestalt, in neue in

11:11

ein neues Bewusstsein zu mutieren.

11:15

Nehmen Sie auch, wir sind ja auf das

11:16

Beispiel eingegangen, nehmen Sie das

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Beispiel jetzt auch wieder politisch ist

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das und wie fast am leichtesten

11:22

Deutschland 1989,

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dann ist ein bisschen die Frage, ja,

11:27

also glauben Sie noch, sagen wir mal, an

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dies an die an das an die alte Form des

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Bewusstseins, die von ihrer Formstruktur

11:33

her eine Ente erkennt, ne? Das heißt, ob

11:35

die in der DDR ist noch alles okay oder

11:37

sind sie schon der Meinung, dass sie

11:39

dass sie eigentlich an dem an dem Punkt

11:41

ist, wo keine Ahnung die Formstruktur

11:43

etwas ganz anderes herausgibt, nämlich

11:44

ein Fisch.

11:47

Und wenn Sie in dieser Zwischenphase

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sind, dann sind Sie in einem Bereich äh

11:51

quasi

11:53

von von morbiden Phänomenen. So nennt es

11:56

er nennt das noch mal so. Berühmter

11:57

italienischer Marxist Gramsch nennt das

11:59

so.

12:01

Dann dann dann ist das Alte noch nicht

12:03

tot und das Neue ist noch nicht geboren.

12:06

Und in diesen Zwischenstadien quasi

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kämpfen sie um die Hoheitsmacht

12:10

dessen, welche Formstruktur jetzt

12:12

eigentlich welchen Inhalt geboren hat.

12:16

Und dann haben sie hier wirklich immer

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so klassische Kämpfe in symbolischen

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Formationen, äh wo jetzt die die Frage

12:23

ist ja ja kein also ist jetzt schon die

12:25

neue Welt da oder ist oder kann die alte

12:27

Welt noch an dem am alten festhalten?

12:29

Könnte das auch politisch irgendwie den

12:31

um keine Ahnung den Umgang Deutschlands

12:32

jetzt mit der AfD hier die Altparteien

12:35

unten die AfD die sozusagen sich langsam

12:37

gebiert schafft sie jetzt es in einen

12:39

der Bundes in einen der Bundesländer

12:40

eventuell Ministerpräsidenten zu

12:42

stellen? Kann sich das alte Regime noch

12:44

dagegen wehren? kann sie es nicht und

12:46

dann merken sie es ist das das führt

12:47

wirklich zu problemen zumindest unter

12:49

dem unter den Prämissen des alten

12:52

bundesrepublikanischen Geistes. Und dann

12:53

haben Sie auch hier wieder eine Zone der

12:55

Unbestimmtheit des politischen Kampfes.

12:58

Wer will welche wer wer kann sich mit

13:01

welchen Prämissen durchsetzen? Und dann

13:03

brauchen sie Subjekte, die eventuell in

13:04

einen Kampf treten, die nämlich sagen,

13:07

ich aber erkenne, was ihr noch gar nicht

13:09

erkannt habt, weil ihr noch in alten

13:10

Prämissen sind, äh in alten Prämissen

13:12

steckt.

13:14

Und das eigentlich find ich mit eines

13:15

der besten Beispiele, weil weil es zeigt

13:17

sozusagen all diese diadektischen Brüche

13:18

nicht unschuldig sind, sondern immer

13:21

sozusagen einzelne Individuen braucht in

13:22

Wissenschaft, Kunst, Literatur, wie auch

13:24

immer quasi in allen Bereichen, wo der

13:26

Geist tätig ist. Es braucht Subjekte,

13:28

die eventuell vor der Zeit etwas

13:30

erkennen, was der was die alte

13:31

Geistesstruktur noch nicht erkannt hat.

13:35

Hier noch eine letzte Grafik, nicht von

13:37

mir, von einem anderen, aber auch sehr

13:38

schön interpretiert,

13:41

weil Hegel hat so zwei Begriffe,

13:43

Substanz und Subjekt und der sagt, die

13:44

sind sozusagen die Grund die

13:46

Grundstruktur der Wirklichkeit ist immer

13:47

in sich gespalten, weil es sozusagen

13:48

Subjektformationen gibt. Also das, was

13:50

ich vorhin genannt habe, eventuell

13:51

politische oder wissenschaftliche

13:52

Subjekte, die willen sind je neu zu

13:55

bestimmen, was die Grundstrukturen der

13:56

Wirklichkeit sind in dieser Genealogie.

14:00

Und dann sehen Sie, jede Epoche quasi

14:02

Maps, also kartografiert ihr Wissen,

14:05

ihren Wissensstandard. Was wie verhält,

14:07

wie verhält sich Denken und Sein? Das

14:08

ist in unserem Jahrhundert etwas anderes

14:10

als im Mittelalter. Der Wahrheitsmaßstab

14:12

fällt immer rein. Das heißt immer der

14:14

hier wird immer ein Wahrheitsmaßstab

14:15

generiert und gleichzeitig, weil der

14:17

Geist nicht in Ruhe ist, gibt es die

14:19

Gene immer neuer Wahrheitsmaßstäbe.

14:23

Okay? Und Hegel hat dann eben seine

14:24

metaphysische These, dass das die

14:25

Geschichte des Geistes im ganzen ist,

14:27

dass der Geist sich externalisiert in

14:29

seiner Geschichte der Menschheit und

14:30

dann auf diese Art und Weise immer immer

14:31

weiter zu sich kommt und das immer die

14:33

Frage in der Hegelliteratur, ja, wie ist

14:34

denn denn die Endstufe? Glaubt Hegel,

14:36

dass wir dann an irgendeinem Zustand

14:37

kommen? Äh und da gibt's eine Frage, ja,

14:39

er glaubt daran. Eine andere Frage, nee,

14:40

er glaubt daran nicht. Weil er eben der

14:42

Meinung ist, dass die dass just die

14:44

Einsichtskraft, die er uns gibt, ist,

14:46

dass es diesen Punkt gar nicht geben

14:47

kann am Ende. Das, was Hegel teilweise

14:49

absolutes Wissen nennt. Aber da gibt's

14:51

ganze Bibliotheken über diese Debatte.

14:52

Was versteht Hegel in diesem Verständnis

14:55

von Erkenntnis und Sein unter dem

14:57

Begriff absolutes Wissen?

15:02

Schönes Zitat von Gek. The Hegelian

15:04

subject, also dasjenige, was in in einer

15:06

sozusagen in der Welt etablierten

15:08

Wissens eine neue Wissensform verkündet.

15:12

The Hegelian subject is nothing but the

15:14

name for the externality of the

15:16

substance to itself. For the crack by

15:18

way of which the substance becomes alien

15:21

to itself misperceives itself through

15:23

human eyes as the inaccessible refight

15:26

otherness. Kling komplizierter als es

15:28

ist. besagen,

15:30

wenn wenn zu sagen, wenn jede Epoche im

15:33

gewissen Sinne eine Substanz ist und die

15:35

darüber verwaltet, was das was wirklich

15:37

was die wirkliche Wirklichkeit ist, dann

15:39

will er sagen, was Hegel das Subjekt

15:40

nennt, ist just der Ort, in dem die

15:44

Wirklichkeit erkennt, dass sie nicht

15:46

alles ist,

15:48

dass sie noch nicht kartografiert ist,

15:50

dass die so die die wirklich

15:51

Grundstruktur der Wirklichkeit nicht

15:53

kohent ist, weil das immer ein eine Art

15:56

Spalt quasi gibt, in der das wasegel

15:58

Substanz nennt heraus, dass es immer

16:01

einen Spalt gibt, eine Nichtidentität,

16:02

die das, was jege Subjekt nutzagen dann

16:05

hervortritt.

16:07

hat sehr abstrakt gesagt. Äh es soll

16:09

soll ja nur bedeuten, dass sie egal

16:11

welche Epoche, auch unsere Epoche ist

16:13

nicht davor gewahrt von einer Epoche,

16:15

die wir uns nicht mal vorstellen könnten

16:16

und die eventuell totalitär, vielleicht

16:19

eine chinesische Epoche, chinesisch

16:20

ähnliche Epoche, dass das eine also

16:22

sozusagen eine Geistform, die wir uns

16:23

noch überhaupt nicht vorstellen können,

16:25

dass die aber tatsächlich die nächste

16:27

normative Stufe der normativen

16:29

Entwicklung des Menschheitsgeschlechts

16:31

ja sein könnte. Und damit merken Sie,

16:33

was das für eine Zumutung ist, das also

16:34

zu sagen, was uns heute noch völlig

16:36

unannehmbar erscheint, also die

16:38

Demokratie eventuell durch ein

16:39

faschistisches Regime wieder

16:41

auszuwechseln,

16:43

gleichzeitig mit dieser Theorie

16:44

irgendwie mitgedacht ist, weil der Geist

16:45

ja nicht weiß, wohin er geht. Er weiß es

16:47

immer nur zu spät, weil er immer selber

16:48

von Negativitätserfahrungen

16:49

herausgefordert ist. Und dann mag

16:51

eventuell eine Negativitätserfahrung wie

16:52

die Erfahrung der Ökokrise tatsächlich

16:56

uns eines Tages die Menschheit dazu

16:57

zwingen, in ein totalitäres Regime

17:00

überzugehen, weil sonst die ökologischen

17:02

Krisen überhaupt nicht anders sozusagen

17:04

zu bewältigen sind, jenfalls nicht in

17:05

einer Weltgemeinschaft, in der autonome

17:07

Staaten ihre eigenen Interessen äh äh

17:10

versuchen durchzuzücken. Ist ja nur ein

17:12

Spekul ist ja nur ein Beispiel, um

17:14

deutlich zu machen. Der Geist weiß

17:15

nicht, wohin die wohin seine Geschichte

17:17

geht, genauso wenig wie sie wie wir das

17:19

wissen. Okay. Gibt's dazu noch Fragen?

17:23

Weil sonst würde ich weitermachen.

17:27

Perfekt. Dann geht's weiter. Okay, also

17:30

alle

17:32

äh

17:33

alle man an Bord äh weiter geht's. Äh

17:36

und zwar mache ich jetzt noch mal einen

17:38

Übergang, weil wir uns in der heutigen

17:40

Sitzung mit Heidiger beschäftigen werden

17:43

und uns die Frage stellen müssen, welche

17:46

Erkenntnistheorie sich in Heidiger

17:48

verbirgt.

17:52

[räuspern]

17:54

Man könnte zumindest sagen, dass

17:55

Heidiger von Hegel eine Erkenntnis

17:58

übernimmt oder eine Einsicht, nämlich

18:00

das Erkenntnis nicht das Verhältnis

18:01

eines isolierten Subjekts zu seiner

18:03

äußeren Welt ist, sondern auch für

18:06

Heiliger sind wir immer schon in einer

18:07

Welt, die wir verstehen, bevor wir sie

18:09

theoretisch analysieren.

18:11

Wir sind also immer schon quasi Kinder

18:13

eines Zeitgeistes, bevor sie bevor wir

18:16

irgendwann mal etwas über Ideologietorie

18:19

hier an der Hochschule für Philosophie

18:21

gelernt haben und dann begreifen, ah,

18:22

tatsächlich vielleicht bin ich ja ein

18:23

ideologisches Subjekt und gar nicht so

18:25

frei, wie ich glaube.

18:27

Das heißt, auch für Heidiger sind wir

18:28

immer schon quasi Teil dieses jetzt

18:30

Weltgeistes, aber aber er redet nicht

18:31

von einem Weltgeist, aber immer schon

18:32

sozusagen einer einer Teilelemente einer

18:35

eines in der Weltseins auf kollektiver

18:37

kultureller Ebene. Allerdings verschiebt

18:40

Heiliger die Fragestellung, denn wenn

18:42

Hegel fragt: "Wie entwickelt sich Geist

18:44

geschichtlich zur Wahrheit?" Fragt

18:45

Heiliger: "Welche Seinsweise muss der

18:47

Mensch besitzen, damit überhaupt so

18:49

etwas wie Weltverständnis, Wahrheit und

18:51

Erkenntnis möglich ist, möglich werden?"

18:55

Damit verschiebt sich der Fokus von der

18:57

Geschichte des Geistes auf die Analysen

18:58

dessen, was Heidiger in der Welt sein

19:00

nimmt und ich werde auch noch darauf zu

19:02

sprechen kommen. Und genau dort beginnt

19:04

quasi Heidiges Erkenntnistheorie

19:06

existential philosophisch,

19:08

existenzphilosophisch das Geist

19:10

Weltverhältnis auszulegen in einer

19:12

expliziten Distanz zu, sag mal

19:14

klassischen erkenntnistheoretischen

19:16

Fragen über wie sie in vielen

19:18

Jahrhunderten spätestens von den Empiren

19:20

bis zu der bis zur klassischen deutschen

19:21

Philosophie verhandelt wurden.

19:26

Und in dem Sinne kann man auch sagen,

19:28

dass tatsächlich Heidiger erst einmal so

19:29

etwas wie ein Fremdkörper ist in der

19:31

erkenntnistheoretischen Tradition.

19:34

Normalerweise verläuft näich die

19:35

Geschichte der Erkenntnistheorie relativ

19:37

klar. Man beginnt in der Regel so wie

19:39

ich das auch gemacht habe, man kann auch

19:40

schon durchlich im Mittelalter beginnen

19:42

und in der Antike, aber man beginnt

19:43

nicht selten mit dem Empirismus. Block

19:45

Barkley Hum geht dann zu Kant und zum

19:47

deutschen Ind Idealismus über und von

19:48

dort führen dann relativ schnelle viele

19:51

Linien in die moderne Debatten. Wie

19:53

definieren wir Wissen? Was ist

19:54

Rechtfertigung? äh welche Rolle spielt

19:56

die Sprache? Sprachphilosophie im 20.

19:58

Jahrhundert. Und dann kommen wir

19:59

eventuell später zur naturalistischen

20:01

und analytischen Erkennistheorie der

20:03

Gegenwart. Das eigentlich so das normale

20:04

Narrativ der Erkennistheorie. Heidiger

20:07

passt in diese Entwicklung nicht gut

20:08

hinein,

20:10

denn er interessiert sich kaum für die

20:11

klassischen Fragen der Erkenntnistheorie

20:13

im engeren Sinn. Also er ihn

20:15

interessiert nicht zu fragen, ja, worauf

20:17

beruht die Korrespondenztheorie der

20:18

Wahrheit beispielsweise? Ja. Äh oder äh

20:21

ist unsere Erkenntnis

20:22

korrespondenztheoretisch oder irgendwie

20:24

oder holistisch strukturiert etc. Iniert

20:27

auch nicht, was ist Wissen wie oder wie

20:29

definieren wir das? Wie rechtfertigen

20:31

wir Überzeugung, wie unterscheiden wir

20:33

Wissen von bloßer Meinung etc. Diese

20:35

Fragen treten bei Heidiger in den

20:37

Hintergrund. Er fragt viel naiver, z.B.

20:39

wie es überhaupt dazu kommt, dass uns

20:41

eine Welt begegnet und zwar auf einer

20:42

vorreflexiven Ebene.

20:46

Eine Welt, innerhalb deren Gegenstände,

20:48

Bedeutung und Wahrheit Wahrheiten

20:50

überhaupt erst auftauchen können.

20:52

Deshalb verschiebt sich Beidiger die

20:54

Problematik von einer Theorie des

20:56

Wissens zu einer Theorie der

20:58

Welterschlossenheit,

20:59

dessen was er in der Welt sein nennt.

21:03

Ich werde Ihnen aber heutiger heute

21:05

heute weniger diesen Heiliger äh

21:07

vorstellen. äh den ich äh unter anderem

21:10

gestern in der Philosophie der neuesten

21:11

Zeit vorgestellt habe, den werde ich

21:13

auch noch mal vorstellen. Äh aber eher

21:15

am Ende, sondern ich werde stattdessen

21:17

heute Heidiger als Kantkritiker

21:19

vorstellen.

21:21

Das klingt nach einem Umweg, aber dieser

21:22

Umweg führt uns ins Zentrum eines

21:24

wichtigen Motivs bei Heiliger, nämlich

21:26

der Frage nach der Zeit. Und wie Sie

21:27

wissen, Heiliger hat ein Buch

21:28

geschrieben oder müssen Sie noch nicht

21:29

wissen, weil das ist er die Heidiger

21:31

Vorlesung. Äh, also Heidiger hat ein

21:33

Buch geschrieben äh 1927 veröffentlicht,

21:36

das heißt Sein und Zeit. Und da können

21:38

Sie sich schon vorstellen, dass der

21:39

Begriff der Zeit natürlich eine zentrale

21:41

Rolle spielen wird und wir uns erstmal

21:42

wir uns verständlich machen müssen,

21:43

warum hat glaubt denn kann warum glaubt

21:45

denn Heidiger einen neuen Zeitbegriff in

21:47

die philosophische Debatte geworfen zu

21:48

haben?

21:52

[räuspern]

21:53

Im Zentrum der Debatte steht dann eine

21:56

Beobachtung Heidigas, sie haben auch

21:57

andere schon gemacht, die Kanzkritik der

22:00

reinen Vernunft betrifft. Genauer gesagt

22:02

die Überarbeitung der ersten Fassung von

22:05

1781

22:07

zur zweiten Fassung von 1787.

22:13

Ich versuch es erstmal im Gen Gänze kurz

22:15

sozusagen in einer Nussschale zu

22:16

erklären, worum es geht. Und dann müssen

22:18

wir das Fass aber noch mal größer

22:19

aufmachen und dann uns darauf dann dann

22:21

durcharbeiten. Kannt habe so Heidigers

22:24

These in der ersten Fassung der Kritik

22:26

von 1781 etwas entdeckt entdeckt, das

22:29

weit radikaler ist als die klassische

22:32

Erkennistheorie des 18. Jahrhundert

22:33

wahrhaben wollte, nehme ich den Umstand,

22:35

dass Zeitlichkeit nicht einfach ein

22:38

Rahmen unserer Wahrnehmung ist, nicht

22:40

einfach eine von zwei reinen

22:42

Anschauungen,

22:44

sondern die tiefste Struktur unseres

22:45

Weltbezugs überhaupt besitzt und zwar

22:48

über ein Vermögen, das Kant das

22:50

Einbildung, das Vermögen der

22:51

Einbildungskraft nennt.

22:55

Und genau vor dieser Konsequenz, also

22:58

das wäre die These, Kant hat 1781

23:00

etwas über Zeitlichkeit entdeckt und

23:02

zwar über einen Begriff eines

23:04

Erkenntnisvermögens die

23:05

Einbildungskraft,

23:07

vor dem er so zurückgeschreckt ist, dass

23:09

er in der Überarbeitung oder dass er

23:11

seine Kritik der Reihen Vernunft

23:12

überarbeiten musste und damit eine

23:15

Einsicht zurücknimmt, die er eigentlich

23:17

1781 gewonnen hat. Und Heiliger wird uns

23:20

nahlegen, dass der Kant von 1781 im

23:23

gewissen Sinne ein Vorreiter von

23:26

Heiliger selbst ist, weil der Begriff

23:28

der Zeit dort eine andere Rolle bekommt.

23:32

Deshalb wird in dieser Vorlesung viel

23:34

über Kant zu sprechen sein, aber eben

23:35

aus der Perspektive Heiligers, weil das

23:37

Kant in der Überarbeitung seiner äh weil

23:41

Jus Kant eben in der Überarbeitung den

23:43

Begriff der Zeitlichkeit verwirft, den

23:45

Heiliger aufwertet.

23:49

Im Zentrum dieser dieser Kluft zwischen

23:50

erster und zweiter Kritik, Fassung der

23:53

Kritik steht ein bestimmter Abschnitt,

23:55

nämlich die transzendentale Deduktion

23:58

der reinen Verstandesbegriffe.

24:01

Diese befindet sich in diesem Teil

24:03

transzendentale Analytik der Kritik der

24:06

Reinvernunft. Also

24:10

Hegel würde sagen, das sind alles ganz

24:11

furchtbare Begriffe, Monster, die kann

24:13

mit denen kannt uns hier wie um die

24:15

Ohrenhaut um uns zu beeindrucken. So

24:17

ganz komplexe, schierig klingende

24:18

Begriffe, transzendentale Logik und so

24:20

weiter muss uns nicht interessieren.

24:23

Interessant ist, dass

24:26

eine es eine wesentliche Umschreibung

24:28

gibt auf der auf dieser Ebene

24:29

transzendentalen Analytik.

24:35

Okay, also hier noch einmal eine.

24:36

Deswegen spricht man bei diesen beiden

24:38

Fassungen einmal von der A-Deduktion,

24:40

also der Ded transzendentalen Deduktion

24:42

der rein Verstandesbegriffe. A-Deduktion

24:44

meint die Kritik der Reihenvern Vernunft

24:46

von 1781 und der B-Deduktion

24:50

die Kritik von 1787.

24:54

Hinter Kanz Revision verbirgt sich eine

24:56

philosophische Verschiebung von enormer

24:57

Tragweiter. In der ersten Fassung

24:59

besitzt nämlich das, was Kant als eines

25:00

von verschiedenen Vermögen des

25:01

menschlichen Geistes nennen, nämlich die

25:03

Einbildungskraft eine überraschend

25:04

fundamentale Rolle.

25:07

Und das geht um die Einbildungskraft.

25:09

Jetzt noch mal, was ist eigentlich

25:10

Einbildungskraft?

25:11

Für Lein ist das Wort Einbildungkraft

25:13

oft irreführend, weil man jetzt denkt

25:15

kann meint damit so etwas wie Fantasien,

25:16

Tagträume rein äh oder erfunden, das

25:19

denken denken an erfundene Dinge, da

25:21

können wir das doch die

25:22

Einbildungskraft, da können wir

25:23

irgendwie uns ein bisschen träumen, kann

25:25

man jedoch etwas viel grundlegenderes.

25:27

Die Einbildungskraft ist das Vermögen

25:29

unseres Geistes Wahrnehmungen, also

25:31

wirklich sinnliche Wahrnehmung, die uns

25:33

jeden Tag begleiten, zu synthetisieren,

25:37

zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzuz

25:39

zu fügen. Also eben nicht ein

25:41

Fantasievermögen, sondern eigentlich das

25:42

Vermögen, das uns überhaupt sinnliche

25:44

Anschauung vereinheitlicht oder

25:46

überhaupt so eine Einheit

25:47

zusammenbindet.

25:51

Sie ist die innere Fähigkeit aus vielen

25:52

einzelnen Eindrücken überhaupt erst eine

25:54

Welt zu machen.

25:57

Hier ein Beispiel. Äh stellen Sie sich

25:59

vor, Sie gehen über den Mariplatz, ihre

26:02

Augen nehmen ständig neue Farben, Formen

26:03

und Bewegungen auf. Sie sehen ein

26:05

Fahrradfahrer hören eine Straßenbahn,

26:06

bemerken Menschenhäuser etc.

26:09

Dann könnte man natürlich sagen, dass in

26:11

all diesen Menschen, in all diesen

26:12

Situationen in jedem Augenblick

26:14

unzäelige einzelne Sinnesreize auf sie

26:16

einströmen. Trotzdem erleben sie nicht

26:18

ein Chaos von Farben und Geräuschen.

26:19

Warum nicht? Weil die Einbildungskraft

26:21

die vielen einzelnen Eindrücke

26:23

miteinander immer schon verbunden hat,

26:25

immer schon verbindet, ohne dass sie

26:26

sich darüber Gedanken machen müssen.

26:29

Sie sie hält vergangenes Fest, verbindet

26:31

es mit dem gegenwärtigen und schafft so

26:33

die Einheit eines Gegenstandes oder

26:34

einer Situation und zwar über zwei

26:36

mindestens drei verschiedene

26:37

Zeitmomente.

26:39

Die Gegenwart merken Sie ist von der

26:40

Vergangenheit nach der letzten 4 10

26:43

Minuten geprägt dann nach zwei Stunden

26:46

wird die Erinnerungskraft vielleicht ein

26:47

bisschen schwächer und in die Gegenwart

26:49

nimmt auch gleichzeitig die Zukunft

26:50

immer schon total voraus, sonst könnten

26:51

sie gar nicht irgendwie sich verlässlich

26:53

äh bewegen in der Zeit.

26:56

Ich

26:58

habe hier noch mal Kanz Vermögen als

26:59

Überblick irgendwie dargestellt, damit

27:01

Sie auch sich daran noch mal erinnern.

27:03

Also wir wir hatten bei Kant

27:05

verschiedene Vermögen. Das war einmal

27:06

die die Sinnlichkeit, also die Art und

27:08

Weise, wie ich Wahrnehmung aufnehme

27:10

durch meine fünf Sinne.

27:13

Dann sprach er vom Verstand als das

27:15

begriffliche Wesen. Da arbeiten die

27:17

Kategorien, dann gibt's noch das

27:19

Begehren und dann gibt's noch die

27:20

Vernunft als das höhere Vermögen. Das

27:22

muss uns hier nicht interessieren.

27:22

Bleiben wir einfach mal nur bei

27:24

Sinnlichkeit und und Verstand. Und jetzt

27:26

kommt eben als zusätzliches Vermögen

27:28

noch die Einbetungskraft hinzu, insofern

27:30

sie die Wahrnehmung ordnet.

27:34

Aber wie gesagt, interessant ist jetzt,

27:36

dass in der ersten Fassung von 1781

27:39

die Einbildungskraft nicht ein bloß

27:41

psychologisches Nebenvermögen ist,

27:42

sondern als jene ursprüngliche Kraft

27:45

verstanden wird, die Sinnlichkeit und

27:47

Verstand miteinander vermittelt.

27:51

Erfahrung entsteht aus einem zeitlichen

27:53

Syntheseprozess. Wahrnehmung werden

27:54

festgehalten, reproduziert,

27:56

vorweggenommen und zusammengefügt, bevor

27:57

der Verstand sie begrifflich

27:58

identifiziert.

28:00

Das heißt, es gibt auf der auf der auf

28:02

der Sinnlichkeitsebenen mit all diesen

28:04

verschiedenen drei Zeitmodi immer schon

28:06

eine Einheit, bevor der Verstand

28:08

überhaupt sozusagen auf den Plan tritt

28:10

und dann aus dieser Einheit eine

28:11

Synthese macht und dann sagt, ah okay,

28:12

ich höre gerade die Straßenbahn. Meine

28:14

Straßenbahn fährt jetzt 10 Minuten ab,

28:15

jetzt habe ich ein Urteil gefällt, jetzt

28:17

weiß ich, wo ich bin und keine wie ich

28:19

handeln soll.

28:21

Das heißt, auf dieser Ebene scheint

28:23

Zeitlichkeit, also bevor überhaupt der

28:24

Verstand erstmal zu sagen, auf den Plan

28:26

tritt, tiefer zu liegen als der

28:28

begriffliche Akt des Denkens selbst.

28:31

Oder Zeitlichkeit scheint vor dem

28:33

begrifflichen Denken zu liegen.

28:37

Interessant ist nun, dass Kant diese

28:39

Ansicht in der zweiten Fassung der

28:42

Kritik der reinen Vernunft verwirft.

28:45

Er scheint die Sorge zu haben, dass die

28:47

Rolle der Einbildungskraft zu groß wird.

28:49

Denn wenn unser Zugang zur Wirklichkeit

28:51

vor allem auf der Einbildungskraft

28:52

beruht, sozusagen als das fundamentale

28:55

Vermögen, das die Sinnigkeit verein

28:58

vereinheitlicht, stellt sich die Frage,

29:01

woher wissen wir dann, dass unsere

29:02

Erfahrung wirklich objektiv ist und

29:03

nicht bloß ein Produkt unser unserer

29:05

geistigen Konstruktionen?

29:08

Also, wenn die Sinnlichkeit quasi

29:10

grundlegend ist ähm und die und die

29:13

Einbildungskraft immer schon am Berg

29:15

ist, bevor der Verstand ist, dann könnte

29:17

man ja denken, dass eigentlich sozusagen

29:18

eine der großen Quellen, dass unsere

29:20

Erkenntnis eigentlich ein reines

29:21

Fantasieprodukt sein könnte. Hat gar

29:24

keine eigenen Kriterien, weil weil die

29:26

Einbildungskraft ist sozusagen nach der

29:28

Einbildungskraft kommt nichts mehr

29:29

Fullstop.

29:31

Äh, also sie ist sozusagen das das ein

29:34

grundlegendes Vermögen.

29:37

Deshalb verändert Kante der zweiten

29:38

Auflage von 1787 seine Darstellung. Die

29:40

Einbildungskraft bleibt wichtig, sie

29:42

verliert aber ihre selbständige

29:43

Stellung. Stattdessen rückt der Verstand

29:45

stärker an den Mittelpunkt und kannz

29:46

Begriff des ich denke

29:49

spielt eine größere Rolle. also die die

29:51

Fähigkeit des Bewusstseins, alle unsere

29:54

Vorstellungen dann auch inem in

29:56

demselben Subjekt zusammenzufassen.

30:00

Der Effekt die dieser Veränderung, also

30:02

sozusagen die Entmachtung der

30:03

Einbildungskraft ist deutlich oder

30:05

radikal. Die Erfahrung erscheint nun

30:07

weniger eine Leistung,

30:09

die die zu einem großen Teil von einer

30:11

schöpferischen sozusagen ungebundenen,

30:15

fast autonomen, aber auch mystisch

30:16

bleibenden Verstand, also sozusagen von

30:19

einem Verstandesvermögen, nämlich der

30:20

der Einbildungskraft herzurühren.

30:23

ähm und stärker äh

30:27

und wenn die sozusagen abgeschafft wird,

30:29

dann ist jetzt die das Ergebnis eher in

30:31

der zweiten Fassung die ordnende

30:33

Tätigkeit des Verstandes.

30:36

Für Heiliger ist aber diese

30:37

Verschiebung, also die Entmachtung der

30:38

Einbildungskraft zu zugunsten der einer

30:41

Verstandeskraft einer Katastrophe. Den

30:42

Heiliger liest die erste Fassung so, als

30:44

hätte Kant dort entdeckt, dass das

30:46

menschliche Subjekt nicht primär ein

30:47

denkendes Wesen ist, dass sich

30:50

anschließend in der Zeit befindet,

30:52

sondern ein ursprünglich zeitliches

30:53

Wesen, dessen Denken selbst aus dieser

30:55

Zeitlichkeit hervorgeht.

30:58

Und hier beginnt Heidigas eigene

31:00

Philosophie. Denn wenn Zeitlichkeit

31:01

ursprünglicher ist als begriffliches als

31:03

begriffliche Selbstvergeiss

31:05

Vergewisserung und ursprünglich als

31:06

sozusagen ein Subjektverständnis, das

31:08

auf der Ebene des ich denke

31:11

zwischen Sein und Welt vermittelt,

31:14

dann ist äh dann ist das Subjekt jetzt

31:16

plötzlich ein souveränes Bewusstsein,

31:18

das eine Welt erkennt, während Heiliger

31:20

und wie uns ein ganz anderes

31:21

Subjektverständnis liefern möchte,

31:23

nämlich ein Subjekt, das immer schon in

31:25

eine Welt hineingestellt ist und sich

31:27

auf Möglichkeiten hinentwirft, ohne dass

31:29

diese Selbst Selbstverständnis schon aus

31:31

der Verstandeskraft her produziert wird.

31:37

Wir beschäftigen uns also hier nicht

31:38

bloß mit einer Histor mit einem

31:39

historischen Vorläufer Heiligers,

31:41

sondern viel mehr versuchen wir zu

31:42

verstehen, warum Heiliger glaubte, dass

31:43

die eigentliche Revolution der

31:44

Philosophie Kanz in einer verborgenen

31:46

Spannung innerhalb dieser Kritik der

31:48

rein Vernunft liegt.

31:51

Okay, wir gehen jetzt einmal ein

31:53

bisschen der Reihe nach.

31:55

Einbildungskraft als drittes

31:57

Grundvermögen.

32:01

Ich hatte schon gesagt, dass wir uns

32:02

unter der Idee äh dass wir uns unter der

32:05

Idee vorstellen müssen, unser Geist

32:06

hätte ein Vermögen wie die

32:07

Einbildungskraft. Ein solches Vermögen

32:09

entdecken

32:10

wir natürlich nicht unter einem

32:11

Mikroskop, sondern indem wir Kant und

32:13

wir es tun also äh Lehensstuhl

32:16

Philosophie machen, uns überlegen, was

32:17

müssen eigentlich die Bedingung der wie

32:18

was ist was für Bedingung der

32:20

Möglichkeit muss es geben, dass wir

32:22

Dinge da draus erkennen und dann

32:23

braucht's eben so etwas wie die nicht

32:25

nur Sinnigkeit und Verstand, sondern

32:26

eben auch die Einbildungskraft.

32:28

In der A-deduktion ist die

32:29

Einbildungskraft des entscheidende

32:30

Vermögen. Es ist ein Vermögen, das

32:32

Eindrücke zu sinnvollen Wahrnehmung

32:33

verbindet, das Erinnerung reproduziert,

32:35

das Vergangenes mit gegenwärtigen in

32:37

einen Zusammenhang bringt.

32:40

Und damit ist schon auch schon benannt,

32:41

dass die Einbildungskraft leistet. Sie

32:42

hilft uns, dass die Mannfhaltigkeiten,

32:45

die unsere Sinne uns zutragen,

32:48

wir diese aufnehmen können und zu einer

32:50

mehr oder weniger kohenten Anschauung

32:52

vereinigen.

32:54

Die Einbildungskraft vereint die

32:55

Anschauung und dann kann und sie kann

32:58

auch Anschauung reproduzieren.

33:01

Dieses Zusammenfassen von mannigfaltigen

33:03

Sinneseindrücken zu schämenartigen

33:05

Anschauung impliziert nicht das Anwenden

33:07

eines Begriffs, sondern das geht wie

33:08

gesagt vorbegrifflich.

33:10

Und in dem Sinne sind wir hier auf der

33:12

Ebene einer präonzeptualen,

33:14

präonzeptuellen, also präverstandigen

33:18

Aktivität unseres Bewusstseins. Äh da

33:21

ist das Denken noch noch gar nicht am

33:23

Berg. Und trotzdem ist es natürlich eine

33:26

transzendentale, also Aktivität, also

33:28

eine Aktivität, die wir voraussetzen

33:30

müssen, damit uns überhaupt Anschauung

33:31

als mehr oder weniger verarbeitbar

33:33

begegnen in der Welt.

33:35

Hier ein Beispiel. Stellen Sie sich vor,

33:37

Sie hören eine Musikerin, einer

33:38

Musikerin zu, die ein Stück spielt, dann

33:41

ist ganz klar, jeder einzelne Ton ist in

33:44

sich selbst ein Moment in der Zeit. Wenn

33:46

Sie immer nur den jeweils gegenwärtigen

33:48

Ton wahrnehmen könnten, hätten sie

33:50

keinen Zugang zur Melodie. Sie hätten

33:52

eine endlose Folge unverbundener

33:53

Tonpunkte. Was zur Mel was diese

33:56

Tonpunkte zu einer Melodie zusammenfügt,

33:58

ist die Einbildungskraft eben, er nennt

34:01

das Synthesis der Apprähension in der

34:02

Anschauung, also eine Synthese in der

34:05

Wahrnehmungsstruktur.

34:09

Einbindungskraft wäre dann in diesem

34:10

Fall immer schon aktiv im höheren

34:12

Präsent. Sie läuft durch die Töne

34:14

hindurch, hält den vorangegangenen Ton

34:16

noch fest. Man könnte das Reproduktion

34:18

nennen. Die Einbildungskraft hält hält

34:20

den Ton von keine Parakten noch fest.

34:24

Reproduktion, während sie den

34:25

gegenwärtigen Ton aufnimmt. Das könnte

34:28

man Abrehension nennen und sie greift

34:31

auf die nächste auf den nächsten Ton

34:33

schon zu und das könnte man Antizipation

34:35

nennen. All diesen drei Ebenen ist

34:37

Einbildungskraft am Berg

34:40

und das geschieht, bevor Sie sagen

34:41

können, in welcher Tonart das Stück

34:42

steht oder ob es du oder Moll ist. Erst

34:45

diese letzte Identifikation,

34:47

das Zuordnen dann zu einem bestimmten

34:49

Schema, zu einem bestimmten Begriff oder

34:51

ob das jetzt du oder Mollis oder was

34:52

weiß ich, äh quasi führt dann erst

34:55

tatsächlich dann zu einem zu einem

34:56

Erkenntnis oder zu einem Urteilsagt und

34:58

zu einer Art Rekognition. Das Eingreifen

35:01

dann des Begriffs jetzt schnappt der

35:02

Begriff zu. Zack.

35:05

Aber sie kriegen mit, also äh

35:08

es gibt drei Synthesen quasi der der

35:10

Einbildungskraft, habe ich gerade

35:11

genannt. Die Synthesis der Abrehension

35:13

in der Anschauung.

35:14

Also wie ich aufnehme, Synthesis der

35:17

Reproduktion in der Einbildung und

35:19

Synthesis der Rekognition im Begriff

35:21

jetzt sozusagen habe ich begriffen, was

35:23

ich gerade gehört habe. Das sind drei

35:25

Aspekte eines einzigen Vorgangs, durch

35:27

denen sich Erfahrung konstituiert.

35:28

Entscheidend ist die ersten beiden

35:30

Synthesen, Abprähension und Reproduktion

35:32

liegen wie gesagt auf der Seite der

35:33

Anschauung und diese und also und damit

35:37

äh noch nicht im Bereich der

35:39

begrifflichen Wiederkennung.

35:41

Die Einbildungskraft operiert hier,

35:42

bevor der Verstand mit seinen Kategorien

35:44

zugreift. Äh, deswegen spricht Kant von

35:46

einer transzendentalen Handlung des

35:48

Gemüts, nicht des Verstandes, sondern

35:50

des Gemüts.

35:53

Sie sehen, was das bedeutet. Es

35:54

bedeutet, dass die Einbildungskraft kein

35:55

Werkzeug des Verstandes ist

35:58

in 1781

36:00

die Einbildungskantz sagt, gibt uns gar

36:02

keine Definition, was die

36:03

Einbildungskraft eigentlich, also er ist

36:05

kein Psychologe, kann nicht sagen da

36:06

irgendwie das sind so und diese da

36:07

finden diese neurologischen Phänomene

36:09

statt. Ist ja klar.

36:11

Äh er sagt nur, ich muss das annehmen,

36:13

dass es sie gibt, aber sie ist kein

36:15

Werkzeug des Verstandes. Sie hat einen

36:17

eigenen Kontakt mit der Sinnlichkeit,

36:18

mit dem manchwaltigen der Erscheinung in

36:20

Raum und Zeit kann nennt sie deshalb als

36:21

drittes Grundvermögen

36:22

gegenübersinnlichkeit und Verstand. Die

36:25

Einbildungskraft ist also weder

36:26

Sinnigkeit noch Verstand, sondern eine

36:27

eigene Mittel zwischen den beiden.

36:30

Sind ja alles nur für Kant sozusagen

36:33

Versuche noch mal zu erkennen, wie

36:35

kommen wir zu den Objekten der

36:36

Erfahrung? Und dann ist g ganz klar

36:38

Objekte der Erfahrung brauchen

36:39

Wahrnehmung. Und sie brauchen

36:40

Verstandeskraft, aber jetzt brauche ich

36:41

noch ein vermittelndes, weil wir hatten

36:43

ja schon gesagt, Wahrnehmung ist etwas

36:44

sozusagen sinnliches, Verstandeskraft

36:46

ist etwas abstraktes, sondern das immer

36:47

die Frage, wie kommen jetzt diese beiden

36:49

erkenntnisen Sinnigkeit und Verstand

36:50

eigentlich zusammen? Die sind doch

36:51

eigentlich kategorogen,

36:54

können eigentlich nicht vereint werden.

36:56

Ist auch weiterhin Problem kann man

36:57

immer noch sagen, hat Kant eigentlich

36:58

nicht richtig gelöst. Gibt's John McD,

37:00

auf den kommen wir noch zu sprechen. Der

37:01

hat der hat ein Lösungs Vorschlag. Ist

37:04

aber auch nicht ganz äh befriedigend,

37:06

aber sie sehen, es gibt ein Problem bei

37:07

Kant. Ja, Sinnigkeit und Verstand müssen

37:09

verbunden werden und die

37:09

Einbildungskraft, glaubt er, schafft

37:11

das, weil sie ein mittleres Vermögen

37:12

zwischen diesen beiden ist.

37:15

Sie ist nämlich äh sie teilt nämlich mit

37:17

der Sinnlichkeit die Unmittelbarkeit des

37:19

Anschauungsbezugs.

37:20

Sie erinnern sich, sinnliche Inhalte

37:22

kommen immer unmittelbar. Sie werden

37:24

davon affektiert, wie z.B. von diesem

37:26

Knall. Können Sie sich gar nicht

37:27

erwehren.

37:30

Deswegen sozusagen ist es passiv. Ähm

37:32

und gleichzeitig äh ist sie aktiv und

37:35

man könnte sagen, in der aktiven Seite

37:37

ist sie mit der Verstandes mit dem mit

37:38

dem mit der Verstandeskraft verbunden,

37:40

äh weil sie in dem Sinne spontan

37:44

umgeht mit dem sinnlichen

37:45

Mannigfertigkeitsmaterial.

37:48

Also sie nimmt es passiv auf und sie

37:50

verwandelt es aktiv um. Und dann könnte

37:52

man schon mal sagen, ah, toll, toll,

37:55

toll. Kant hat jetzt sozusagen Adapter

37:57

gebaut, ja, Einbildungskraft, keine

37:58

Ahnung, was das genau ist, aber sie hat

37:59

sozusagen sie zweit sie teilt jeweils

38:01

eine Eigenschaft mit zwei heterogenen

38:04

Kategorien Sindigkeit Verstand

38:06

Passivität und Aktivität kommt in ihr

38:08

zusammen. Sie ist ein drittes Scharnier.

38:14

Wie gesagt, warum brauchte Kant jetzt

38:16

dieses diese Einbildungskraft als

38:17

drittes Scharnier? Das Grundproblem der

38:19

transzendentalen lautet, wir können

38:21

reine Verstandesbegriffe, hatte ich

38:22

gerade schon gesagt, die Kategorien

38:23

überhaupt auf mannigfaltig sinnliches

38:25

zugreifen. Das eine ist abstrakt, das

38:27

andere ist in Raum und Zeit.

38:29

Begriffe wie Ursache, Substanz, Einheit

38:31

werden ja nicht durch die Wahrnehmung

38:33

gewonnen.

38:34

K Kausalität ist, sie können Kausalität

38:37

nicht wahrnehmen in der Welt, sondern

38:38

kann sag Kausalität kommt auf ihren

38:39

Verstand, den den wenden sie an.

38:43

Deswegen gibt es dieses berühmen, habe

38:44

ich gerade gesagt, homogenitätsproblem

38:47

ein Begriff z.B. zbusalität und eine

38:49

Anschauung, das Klirren des Glases, das

38:52

mir gerade Weinglases, das mir gerade

38:53

runter runtergefallen ist, sind von

38:55

fundamental verschiedener Art. Wie

38:56

sollen diese jetzt zusammenpassen?

39:00

Damit meint er, dass Begriff und

39:01

Anschauung zunächst keine gemeinsame

39:02

Struktur zu besitzen scheinen. Die

39:05

Anschauung ist singulär, konkret,

39:06

rezeptiv und sinnlich. Das begriffliche

39:08

Vermögen des Verstandes ist den

39:09

gegenüber allgemein, spontan und nicht

39:11

sinnlich. Zwischen beiden scheint ein

39:13

Abgrund zu liegen. Die Antwort in A

39:16

lautet nun, also in der A Deduktion

39:18

1781: "Die Vermittlung wird durch die

39:21

Einbildungskraft geleistet, da sie

39:23

beiden Seiten zugehört.

39:25

Dort erscheint sie nicht einfach als

39:27

psychologisches Nebenvermögen, also in

39:29

der A-Deduktion, das Bilder produziert,

39:31

sondern als das eigentliche

39:32

Vermittlungszentrum.

39:34

Und wie ich gerade trotzdem schon sagte,

39:35

Kant kann uns gar nicht genau erklären,

39:38

wie die Einbildungskraft das genau

39:39

macht. Er muss es nur postulieren, dass

39:42

sie es macht. Ist natürlich ein bisschen

39:43

unbefriedigend, aber wie gesagt, er

39:45

macht ja keine Psychologie, keine

39:46

Neurowissenschaft und könnte man

39:47

vielleicht sagen, okay, da werden

39:48

bestimmte neurologische Bezüge

39:50

hergestellt, das interessiert ihn nicht.

39:52

Er braucht aber, wie gesagt, einen

39:54

Adapter zwischen diesen beiden

39:55

Erkenntnisquellen.

39:57

Oh, wir müssen eine Pause machen, aber

39:58

dann wird's unglaublich spannend danach,

40:00

deswegen bis gleich. Ja,

40:04

okay. Wir machen weiter. Wir bewegen uns

40:06

durchkant auf Heidiger zu. Mir ist klar,

40:08

dass es irgendwie alles sehr technisch

40:09

klingt, aber es ist in dieser Techniität

40:11

doch irgendwie doch interessant, wenn

40:13

man einerseits schon irgendwie auch

40:14

begreift, wie Philosophinnen,

40:15

Philosophen ihre Werke bauen und welche

40:17

Begriffe, warum es Begriffe braucht, die

40:18

sie voneinander abgrenzen.

40:22

Also, ich bin noch, sie erinnern sich,

40:24

das Problem war Verbindung zwischen

40:26

Sinnigkeit und Verstand, die het

40:27

hydrogen sind.

40:29

Ähm, jetzt ist klar, die

40:31

Einbildungskraft funktioniert, weil

40:33

Heidiger jetzt we Heidig Quatsch, weil

40:34

Kant der Meinung ist im gewissen Sinne,

40:36

dass die Zeit in der Einbildungskraft

40:38

eine bestimmte Rolle spielt und wir

40:39

wollen ja zur Zeit kommen, damit wir

40:41

irgendwie zur Zeit bei Heidiger kommen.

40:45

Und jetzt werde mal die Frage, ja, aber

40:46

wie kann es uns äh Kant eigentlich

40:48

erklären? Er macht das an einem sehr

40:49

komplexen Kapitel in der Kritik der Rein

40:52

Vernunft Schematismuskapitel. Ich

40:54

versuche ihn mal zu erklären, wie

40:55

beispielsweise der Begriff der

40:56

Kausalität ein Begriff ist, äh der den

41:01

die Einbildungskraft so vermittelt, dass

41:02

Sinnlichkeit und Kategoriekausalität

41:05

ineinander wirken.

41:10

Wie ich gesagt hatte, also

41:11

Einbildungskraft teilt erstmal zwei

41:13

Eigenschaften mit Anschauung. Äh also

41:15

insofern sie äh

41:18

aktiv, also also passiv etwas rezipiert

41:20

und dann aktiv das verarbeitet.

41:24

Wenn ich beispielsweise sehe, wie eine

41:26

Billardkugel auf eine andere stößt und

41:28

jetzt mir versuche den Begriff der

41:30

Kausalität daraus abzuleiten, weil ich

41:31

den Begriff ja der Kausalität nicht

41:33

sehen kann, darauf hat uns ja Hum

41:35

verwiesen. Äh, dann nehme ich also was

41:38

die Billardkugel betrifft, erst einmal

41:40

nur war, dass eine Billardkugel A

41:43

Billardkugel B stößt und im gewissen

41:45

Sinne die Kausalität der Bewegung der

41:47

Billardkugel B ist.

41:49

Die Einbildungskraft jetzt verbindet

41:51

aber diese Wahrnehmungen in einer

41:53

zeitlichen Regelstruktur, so stellt sich

41:55

das Kant vor. Erst der Stoß, dann die

41:57

Bewegung der zweiten Kugel. Dadurch

41:59

erscheint das Geschehen nicht bloß als

42:00

zufälliger Abfolge, sondern als

42:02

notwendiger Zusammenhang. Also indem es

42:05

eine zeitliche Struktur aufgebaut wird,

42:07

die diese einzelnen Ereignisse

42:08

miteinander verbindet.

42:11

Ohne die Zeit gebe keine Möglichkeit

42:12

hier Ursache und Wirkung zu

42:14

unterscheiden, weil Kausalität immer

42:17

eine geordnete Folge betrifft. Und die

42:18

Einbildungskraft ist halt dasjenige, was

42:21

uns die Ereignis Ketten zeitlich

42:23

strukturiert oder zeit als eine

42:25

zeitliche Struktur vorgibt und wir von

42:26

dieser zeitlichen Struktur her jetzt

42:28

begreifen. Ah, deswegen wirgt jetzt die

42:30

Kategorie die Kategorie der Kausalität

42:31

auf dieser Anschauungsform.

42:34

Die Zeit vermittelt zwischen dem

42:35

abstrakten Begriff der Ursache und dem

42:38

konkreten Wahrnehmungsereignis. Und die

42:40

Einbildungskraft ist jetzt dieser

42:42

Adapter, der das tut, indem man eine

42:44

bestimmte Zeitschablone an die

42:45

Ereignisskette bringt. Und dann hätten

42:47

sie irgendwie begriffen, ah, jetzt

42:48

verstehe ich eventuell, warum aus

42:49

bestimmten kontingenten Ereignissen

42:51

jetzt die Kausalität adaptiert wird auf

42:53

diese Ereignisetten. Und jetzt verstehe

42:54

ich auch, warum Google A von Google B

42:56

weggeschossen geschossen wird.

42:59

Ähnlich ist verhält es sich mit der mit

43:00

der Kategorie der Einheit. Das sind ja

43:02

bei bei Kant alles sehr abstrakte

43:04

Begriffe, die also Kategorien.

43:06

Der reine Begriff der Einheit besagt

43:08

zunächst nur, dass etwas als eines

43:10

gedacht wird, also als eine kohente

43:11

Einheit. Aber sinnlich gegeben ist uns

43:14

niemals unmittelbar eine vollendete

43:16

Einheit. Wenn ich etwa ein fahrendes

43:18

Auto wahrnehme, erhalte ich ständig

43:20

wechselnde Sinnesdaten von der von der

43:23

Entfernung her, wo ich gerade stehe, wie

43:24

mich wie ich mich selber bewege,

43:26

unterschiedliche Perspektiven,

43:27

Lichtverhältnisse oder ich sehe das Auto

43:29

irgendwie später noch mal wieder mein

43:30

eigenes etc. Dennoch erfahre ich nicht

43:32

viele voneinander getrennte Eindrücke,

43:34

sondern ich erfahre ein Auto. Diese

43:37

Einheit entsteht nicht passiv aus den

43:38

Sinnesdaten selbst, kann ja gar nicht,

43:40

die Sinnesdaten liefen mir ja immer nur

43:42

einzelne Momente in der Zeit, sondern

43:44

durch die zeitliche Synthesis der

43:46

Einbildungskraft, also dass die

43:48

Einbildungskraft sagt, ah, es ist immer

43:49

noch dasselbe Ding in der Zeit, dass ich

43:51

da durchhält.

43:53

Das Schema ist daher die sukzessive

43:55

Zusammenfassung eines mannigfaltigen in

43:57

einer Zeitreihe.

44:00

Das betrifft dasselbe Beispiel, wie ich

44:01

es mit der Melodie schon genannt habe.

44:03

Sie können nur eine Melodie erkennen,

44:04

wenn die Einbildungskraft, bevor sie

44:06

anfangen zu denken, immer schon ihre

44:07

ihnen eine Einheit gibt.

44:10

Die Zeit vermittelt nicht äußerlich

44:12

zwischen Begriff und Anschauung, sondern

44:13

sie verwandelt die Kategorien überhaupt

44:15

erst in in anwendbare Erkenntnisse. Und

44:17

wie gesagt, das entscheidende beim beim

44:19

Kant der frühen Kritik der Reinvern

44:20

Vernunft ist, dass die Einbildungskraft

44:21

noch überhaupt nichts mit dem Verstand

44:23

zu tun hat. Sie ist in dem Sinne ein

44:24

völlig autonomes Zeitvermögen,

44:29

aber Zeitvermögen sozusagen auf

44:30

Anschauungsebene.

44:33

Einbildungskraft verwandelt die

44:34

Begrifflichkeit der Kategorien in

44:36

zeitliche Vollzugsform. Sie ist die

44:37

transzendentale Vermittlungsdimension.

44:45

Sie wir verstehen jetzt vielleicht,

44:47

warum die Einbildungskraft eben in der

44:49

A-Deduktion einen erstaunlich

44:50

fundamentalen Rang besitzt. Sie

44:51

erscheint dort als ein ursprüngliches

44:53

Vermögen der Synthese,

44:55

das der späteren Unterscheidung von

44:57

Sinnlichkeit und Verstand bereits

44:59

zugrunde liegt.

45:01

Ohne die Einbildungskraft gäbe es auf

45:03

der einen Seite lediglich ein

45:04

ungeordnetes, mannigfaltiges von

45:06

Eindrücken und auf der anderen Seite

45:08

bloß logische Formen.

45:11

Gerade diese starke Stellung der

45:12

Einbildungskraft ist für Martin Heidiger

45:14

entscheidend. Für ihn ist nämlich die

45:17

transzendentale Einbildungskraft die

45:19

tiefste Wurzel, die die Endlichkeit des

45:21

Menschen offenlegt und zwar eine Wurzel,

45:24

die nicht in der Verstandeskraft beruht.

45:26

Und sie erinnern sich,

45:28

dass wir bei vielen der Autoren gerade

45:30

der Neuzeit immer erkannt haben, dass

45:32

sozusagen der der die der Geist

45:34

Weltverhältnis aus einer Art

45:35

Verstandeskraft aufgebaut wird. Denken

45:37

sich erinnern sich an die Ideenlehre äh

45:40

bei Hum und und John Lock. Äh erinnern

45:43

Sie sich und wie auch an Dekart, wenn

45:45

Dekart uns naheliegt, wahrnehmen ist

45:47

eigentlich eine Form von lesen. Ja,

45:49

Wahrnehmen ist eigentlich permanent

45:50

Denken, Urteile fällen, aber so schnell,

45:52

dass wir es gar nicht erkennen. Jetzt

45:53

die Erkanz sagt, nee, nee, Wahrnehmung

45:55

ist Einbildung, jetzt nicht

45:57

Fantasievermögen, sondern

45:58

Einbildungskraft. verstehen ist noch gar

46:00

nicht dabei. Jetzt sagt eben Kant äh

46:02

jetzt sagt eben Heidiger: "Na ja, wenn

46:04

das so ist, dann ist ja die eigentlich

46:06

tiefste Wurzel, die uns Subjekte

46:07

definiert, nicht das Verstandesvermögen

46:10

wie eine bestimmte Tradition der der

46:12

Erkennistheorie oder der Philosophie

46:13

sagt, sondern ist ja das tiefste die

46:15

tiefste Wurzel des Subjekts eigentlich

46:17

seine Einbildungskraft

46:18

und mit seiner Einbildungskraft seine

46:20

seine Abhängigkeit in die in in der

46:22

Zeitstruktur und das Hauptwerk von von

46:25

Heidiger heißt Kritik da in Vernunft,

46:27

haha heißt natürlich Sein und Zeit."

46:29

Äh, ich wollte nur ein kleinen Scherz,

46:30

ob sie noch alle da sind, äh machen.

46:32

Okay, also Einbildungskraft eröffnet den

46:34

Horizont innerhalb dessen etwas als

46:36

Gegenstand erfahrbar werden kann. Damit

46:38

wird die Einbildungskraft bei Heidiger

46:39

beinahe zu einem zu einer ontologischen

46:41

Grundmacht, die sie mehr bestimmt in

46:44

ihrer Existenz als die Verstandigkeit.

46:48

Es ist nicht ein bloß psychisches

46:49

Vermögen unter anderem, sondern die

46:51

ursprüngliche Vermittlung zwischen Sein

46:52

und Erscheinung oder zwischen Denken und

46:54

Sein. Also was Denken und Sein denken

46:56

Sie an die beiden Kreise verbindet, ist

46:58

Einbildungskraft, nicht

46:59

Verstandestätigkeit.

47:04

Wie gesagt, in der Ba-Auflage verschiebt

47:05

sich verschiebt sich dieses Zentrum

47:07

verschiebt Kant jetzt das Zentrum der

47:09

Erkenntnis auf die transzendentale

47:11

Aperzeption, also auf die Einheit, des

47:13

ich denke. Auch darauf sind wir

47:14

eingegangen in einer der ersten

47:15

Vorlesung. Sie erinnern sich Kant sagt,

47:18

damit überhaupt dieses Zusammenspiel

47:20

seiner beiden Erkenntnisquellen

47:21

funktioniert und er eben dadurch glaubt,

47:23

Empirismus und und Rationalismus

47:25

irgendwie verbinden zu können, geht ja

47:27

davon aus, dass es ein wie ein

47:29

Brennspiegel

47:30

eine Art Brennspiegel gibt, dass ich

47:32

denke, in dem Sinnlichkeit und

47:33

Wahrnehmung zusammenkommen. Das heißt,

47:35

objekt jede Form der Objektivität ist

47:37

immer an dieses Ich denke gebunden. Es

47:38

braucht immer sozusagen eine einen

47:40

Brennspiegel

47:42

äh in dem beide Quellen zusammen

47:44

zusammenkommen. kannt, aber gleichzeitig

47:46

sagt, dieses ich denke ist nur eine

47:48

reine Formalstruktur. Es ist nicht ein

47:51

ein sich selbst transparent

47:53

durchschauendes Denken wie bei bei

47:56

Dekarts Kogito. Aber sie merken

47:59

plötzlich ist sozusagen die oberste oder

48:01

die eigentliche Wurzel von Subjektivität

48:03

eventuell auf dieser Ebene des ich denke

48:07

angebunden oder zu finden.

48:11

Die Einbildungskraft erscheint nun

48:13

weniger als eigentliche Grundkraft. Sie

48:15

ist nun ein Hilfsorgan des Verstandes.

48:16

Dadurch wirkt es fast so, als könne die

48:18

Einheit der Erfahrung primär logisch

48:20

durch das Selbstbewusstsein garantierend

48:22

sein. Also durch das Selbstbewusstsein

48:24

dieses transzendental der

48:25

transzendentalen Perzeption, dass ich

48:27

immer schon ein Ich denke annehmen muss,

48:29

damit überhaupt erkannt werden kann, ja,

48:31

wo wird denn überhaupt Sinnigkeit und äh

48:33

Verstandeskraft

48:35

zusammengebunden eben in diesem Ich

48:36

denke

48:40

damit verliert Kant aber auch aus

48:42

Heidigers Perspektive etwas

48:43

entscheidendes, denn die zeitliche

48:44

Kontinuität der Erfahrung ist nicht

48:46

einfach ein logischer Akt des Denken.

48:48

Sie ist für für Heiliger ein

48:49

präreflexiver Vollzug.

48:52

Und damit ist auch Zeit jetzt nicht

48:54

einfach eine reine Anschauung, ja,

48:56

sondern etwas etwas viel

48:58

existentielleres

48:59

äh für für Heiliger.

49:03

Die vorbegriffliche Leistung hatte die

49:05

A-Deduktion sichtbar gemacht. Die

49:07

Rücknahme genau dieser vorbegrifflichen

49:09

Leistung erscheint deshalb

49:11

problematisch, weil dadurch die

49:12

sinnliche zeitliche Genese von Erfahrung

49:14

zugunsten einer stärkeren logischen

49:15

Struktur des Bewusstseins verdrängt

49:17

wird. Und hier würde eben Heidiger

49:19

sagen, dass Kant vor sich selber

49:22

zurückgeschreckt ist.

49:25

Die A-deduktion da war eigentlich

49:27

erkennt die Erkenntnisakte jetzt auch

49:29

wieder stark vereinfacht gesagt

49:30

irgendwie dynamisch ausgelegt

49:31

phänomenologisch radikal, weil die

49:33

A-Deduktion zeigte, dass Erfahrung aus

49:35

einem zeitlichen Prozess der Synthese

49:37

hervorgeht und bei der B-deduktion 1787

49:41

macht die Erkennistheorie einen

49:42

rationalistischen Sprung.

49:49

Das wird deutlich, wenn man erkennt,

49:52

dass plötzlich jetzt Kant 1787 eine

49:55

Unterscheidung äh aufbaut und zwar eine

49:58

Unterscheidung zwischen einer Sy

50:00

Synthesis speziosa und einer Synthesis

50:02

Intellektuales.

50:06

Diese Differenz klingt erst einmal

50:07

irgendwie ein bisschen äh trivial, aber

50:10

äh sie betrifft eine tiefgreifende

50:12

Umstrukturierung äh dieses ganzen

50:15

komischen Vermögensgefüges, das Kant und

50:17

er gibt. Gibt ja verschiedene Verstande.

50:18

Sie haben Sinnlichkeit, Verstand,

50:20

Einbildungskraft, Vernunft unter

50:21

anderem.

50:24

die Synthesis spezioser, man kann es

50:26

auch sagen, die die figurative

50:28

Synthesis, es ist ja die zweite hier

50:29

genannt,

50:37

versteht sich in Abgrenzung zur

50:38

Synthesis Intellektuales. Was meint der

50:40

Unterschied? Die Synthesis

50:42

Intellektualis ist die Synthesis, die

50:43

der Verstand als solcher leistet, die

50:45

reine Verbindung von Begriffen

50:46

unabhängig von aller Anschauung. Das ist

50:48

die Ebene, könnte man könnte sagen

50:50

formaler Logik der reinen Urteilsform.

50:51

Wenn ich sage, alle Körper sind

50:52

ausgedehnt, vollzieht sich hier eine

50:54

rein begriffliche Verknüpfung.

50:57

Brauche ich gar keine sinnliche

50:58

Anschauung in dem Sinne. Die Synthesis

51:00

spezioser, die figurative ist die

51:02

Synthesis, die wir jetzt auch schon

51:03

kennengelernt haben, die auf Anschauung

51:06

ausgeht. Wie erinnern Sie sich an die

51:08

Melodie? Sie gibt der Anschauung Figur

51:11

Form Gestalt daher spezi lateinisch

51:13

spezis spezis Gestalerscheinung. Soweit

51:16

klingt das vertraut. Ja, die figurative

51:18

Synthesis ist die Leistung der

51:19

Einbildungskraft. Aber jetzt die

51:21

entscheidende Wendung.

51:24

Die figurative die figurative Synthesis

51:26

ist zwar diejenige, die die Anschauung

51:27

betrifft, aber sie ist eine Wirkung des

51:30

Verstandes auf die Sinnlichkeit.

51:36

Oder anders gesagt, die Einbildungskraft

51:38

ist in B nicht mehr autonom tätig. Sie

51:40

ist die Weise, die Verstand auf die

51:42

zeitliche Struktur der Erfahrung

51:43

einwirkt.

51:46

In A in der A Deduktion war die

51:49

Einbildungskraft das Mittelglied

51:50

zwischen zwei eigenständigen Vermögen.

51:53

Jetzt 1787 ist sie jetzt die

51:55

Wirkungsweise des Verstandes sein auf

51:58

Ausgreifen auf die Sinnlichkeit. Also es

52:00

gibt eine Hoheitsinstanz des Verstandes

52:01

auf die auf die Art und Weise, wie die

52:03

Sinnlichkeit ihre Synthese produziert.

52:08

Nehmen wir einfaches Beispiel. Sie sehen

52:10

einen roten Apfel auf dem Tisch. In der

52:12

A-Terminologie, also A-Deduktion 1781

52:16

passiert folgendes. Die Einbildungskraft

52:17

läuft durch die sinnlichen Daten

52:19

hindurch. Sie sehen verschiedene

52:21

Farbnuancen, konturenräumliche Lagen und

52:23

verknüpft sie zu einer einheitlichen

52:24

Erscheinung noch bevor bevor der

52:26

Verstand sagt, das ist ein Apfel.

52:30

Die Einbildungskraft ist hier der erste

52:31

konzeptuelle Schritt. In der in der

52:33

BTminologie verläuft das anders. Der

52:35

Verstand initiiert durch die

52:36

Einbildungskraft die Synthesis von

52:38

Anfang an.

52:41

Nicht die Einbildungskraft läuft blind

52:42

durch das Mannige und so hat Kant die

52:45

Einbildungskraft zuerst a definiert. Es

52:47

ist ein blindes Vermögen.

52:50

Also nicht die Einbildungskraft läuft

52:51

jetzt noch noch blind durch das

52:53

mannigwealtige und produziert eine Einh

52:55

der Verstand dann reagiert, sondern der

52:57

Verstand steuert die Synthesis der

52:58

Einbildungskraft durch die Kategorien

53:00

von Beginn an.

53:05

Und dann haben Sie so eine Art jetzt ein

53:07

ausgewechseltes Modell Bottom up oder

53:09

Topdown.

53:12

Bottom Up wäre Einbildungskraft Sammel

53:14

Daten. Verstand ordnet sie nachträglich.

53:16

Topdown Modell wäre der Verstand gibt

53:18

durch die Einbildungskraft die Ordnung

53:19

von vorne rein vor. Die Einbildungskraft

53:21

verliert ihre autonome zwischen

53:23

Sinnlichkeit und Verstandende

53:24

Vermittlungsstellung und wird zu einer

53:25

Funktion der vol die vollständig vom

53:27

Verstand initiiert und kontrolliert

53:28

wird. Und deswegen hier dieses berühmte

53:29

Zitat.

53:33

B155, also Busgabe 1787. Der Verstand

53:37

findet also in dem inneren Sinn

53:40

keine solche Verbindung des

53:42

Mannigfaltigen, sondern er erzeugt, der

53:44

Verstand erzeugt sie, indem er den Sinn

53:47

affiziert.

53:49

Völlig skuril. Also jetzt soll der

53:51

Verstand den Sinn affizieren.

53:54

Affektion, da würden wir immer sagen,

53:56

also kommt von außen jetzt hat zu sagen,

53:57

jetzt jetzt baut hier kein fest so eine

53:59

Art hybrides Zwischen zwischen Konzept

54:01

des Verstandes. Der Verstand impregniert

54:04

quasi den Sinn.

54:08

Normalerweise ist Affektion bei Kant

54:09

eine Beziehung zwischen Außenwelt und

54:11

der Sinnlichkeit. Die Welt wirkt auf

54:12

meine Sinnesorgane ein und erzeugt

54:14

Erfindung Empfindungen. Affektion ist

54:16

ein kausaler Begriff aus dem Bereich der

54:18

Rezeptivität.

54:19

Nun aber sagt kann, der Verstand

54:21

affiziert den inneren Sinn, also unsere

54:24

die Art und Weise, wie wir die die

54:25

Anschauung vereinen zeitlich. Das heißt,

54:27

ein nichtsinnliches Vermögen wirkt auf

54:29

ein sinnliches Vermögen ein und erzeugt

54:31

eine Verbindung, die der innere Sinn aus

54:33

sich selbst nicht hätte. Jefalls nicht

54:35

jetzt in dieser Zeitenfassung.

54:37

Das ist philosophisch spektakulär, denn

54:39

wenn der Verstand den inneren Sinn

54:40

affiziert, dann ist meine Erfahrung

54:42

meiner eigenen zeitlichen Existenz nicht

54:44

einfach ein passives Hinnehmen des

54:45

Zeitstroms.

54:47

Sie ist durch Verstand, sie ist jetzt

54:49

durch spontane Verstandigkeit immer

54:51

schon geformt. Und jetzt merken Sie auch

54:53

hier, warum Heidiger dann 1727 glaubte

54:55

gegen eine ganze Tradition unter anderem

54:58

auch Kant irgendwie den Begriff der Zeit

55:00

neu begründen zu müssen. bloß weg von

55:02

dieser Verstandestätigkeit,

55:05

denn Verstandestätigkeit ist immer dann

55:07

dann dann ordnen sie die Dinge und auch

55:08

den Begriff des Seins eigentlich immer

55:10

schon sozusagen informalstrukturen

55:13

des etwas etwas zu erkennenden, also

55:15

intellektualistisch auf.

55:18

Ich

55:21

bin ich bin nicht nur ein Wesen, das in

55:22

der Zeit ist. Ich bin ein Wesen, das

55:23

durch seinen Verstand die Zeit, so wie

55:25

sie mir erscheint, miterzeugt.

55:34

Und jetzt könnte man auch gleichzeitig

55:36

noch behaupten, dass jetzt auf diese Art

55:38

und Weise auch für Heiliger das Subjekt

55:40

eigentlich immer schon als Objekt

55:43

gedacht wird. Also das jetzt auch Kant

55:45

im gewissen Sinne das Problem hat. Also,

55:47

wenn das wenn die wenn die Grund, wenn

55:48

wenn die Wurzel des Subjekts im gewissen

55:50

Sinne die Verstandigkeit ist, dann auch

55:51

sozusagen, dass das Subjekt gar nicht so

55:53

wie Heidiger es uns nah liegt, als ein

55:55

in die Zeitlichkeit geworden als eine in

55:57

die Zeitlichkeit geworfene Entität ist

56:00

und menschliche Existenz für für Kant

56:03

wesentlich extatisch ist oder mit Lacon

56:06

gesagt hysterisch.

56:08

Äh verstehen Sie jetzt, warum warum äh

56:12

Heidiger jetzt äh Kant vorwerfen würde,

56:15

wenn das sozusagen die Wurzel des

56:16

Denkens ist? Na ja, aus was für ein

56:18

Subjektbegriff

56:20

hat den Kanter nur noch übrig irgendwie

56:22

das Subjekt zu denken? Also sicher

56:24

nicht, dass was Heidiger versucht zu

56:26

denken, nämlich dass das das Subjekt als

56:27

ein Dasein, das immer schon in die Zeit

56:29

geworfen ist, ohne und der Verstand dann

56:32

irgendwie relativ spät auf die Bühne auf

56:34

auftritt.

56:40

Dann könnte man sagen, dass es in beiden

56:42

philosophischen Entwürfen, also sowohl

56:44

bei Kant wie auch bei Heidiger jeweils

56:46

irgendwie unter zwei im gewissen Sinne

56:48

Spaltungen des Subjekt gibt's. Ja, das

56:50

haben wir auch schon behandelt. Also bei

56:51

Kant hatte ich ihn gesagt, Kant

56:53

unterscheidet zwischen diesem reinen

56:54

formalen, das transzendentale Ich der

56:56

reinen Aberzeption.

56:59

ein Ich denkt, das denkt, das ist kein

57:01

selbsttransparentes Ich, aber er weiß

57:03

natürlich, dass ich mir, wenn ich mir im

57:05

im Spiegel begegne oder ein Fotoalbum

57:07

durchblätter von mit Bildern von mir,

57:09

ich natürlich weiß, ah, da begegne ich

57:10

mir als empirisches Subjekt.

57:13

Ähm, jetzt hat man trotzdem den

57:14

Eindruck, dass bei Kant sozusagen all

57:15

dieses die Art und Weise, ich bin zwar

57:17

gespalten und trotzdem sozusagen immer

57:19

auch in meinem Selbsterkenntnis unter

57:20

dieser Prämisse der Verstandestätigkeit

57:22

irgendwie ähm unter unter der unter der

57:26

Formalstruktur, in der plötzlich der

57:27

Verstand irgendwie die primäre Rolle

57:29

spielt in meinen Erkennisakten.

57:32

Äh bei Heidiger ist das jetzt anders, es

57:34

gibt auch eine Art Spaltung, aber in dem

57:35

Sinne, dass das Subjekt letztenendes

57:38

immer ekstatisch sich in der Zeit

57:40

verhält und Zeit etwas ist, das jetzt

57:44

nicht der um sozusagen der

57:45

Verstandestätigkeit folgt oder einer

57:46

Verstandes Struktur, sondern etwas ist,

57:48

mit dem das Subjekt gerade nicht rechnen

57:51

kann.

57:53

Wir sind ja im Zeitalter der

57:55

Existenzphilosophie. Ja, und jetzt müss

57:57

muss irgendwie Heidiger irgendwie

57:58

gucken, wie kriege ich jetzt einen

57:59

Zeitbegriff, der der wirklich etwas

58:00

Neues in die Debatte bringt? Und jetzt

58:02

sagt er: "Ja, der guck doch mal den

58:03

Zeitbegriff bei bei Kant. Äh, das kann

58:05

es ja wohl nicht sein.

58:14

Heiliger interessiert also weniger, wie

58:15

Selbsterkenntnis jetzt möglich ist,

58:16

sondern was es überhaupt bedeutet, als

58:19

Mensch zu existieren. Deshalb spricht er

58:21

nicht mehr vom transzendentalen Subjekt,

58:23

sondern vom Dasein, hatte ich schon

58:25

erwähnt. Und dieses Dasein ist von

58:27

Anfang an nicht deshalb mit sich selbst

58:29

uneins, weil es sich nicht formal in

58:32

dieser formalen Struktur, die Kant uns

58:33

gibt, nicht deckungsgleich bringen kann

58:36

zwischen dem transzendentalen Ich, das

58:37

da denkt und den empirischen

58:39

Erscheidungen. So, du das hat weiß Kant

58:41

auch,

58:43

aber das interessiert nicht Heidiger,

58:45

also nicht, dass sozusagen das

58:46

transzendentale Subjekt und das

58:47

empirische Subjekt nicht eins werden bei

58:48

Kant, das ist die die Modernität von

58:50

Kant, ja, dass auch er sagt, da gibt's

58:51

eine Spaltung,

58:53

das interessiert Heidiger nicht.

58:56

dass das was kannt das was Heiliger das

58:58

Dasein nennt ist von Anfang an deshalb

59:01

nicht mit selbst mit mit sich selbst

59:02

uneins, weil es sich nicht vollständig

59:04

nicht weil es sich nicht vollständig

59:05

erkennen kann dann, sondern weil seine

59:07

Existenz sich selbst in der Zeit

59:09

aufspreizt bzw. das Dasein sich

59:12

notwendig immer hinterherläuft.

59:15

Es kommt immer zu spät zu seinem

59:17

Selbstverhältnis.

59:19

Ich bin nie einfach nur das, was ich

59:21

gerade jetzt in diesem Augenblick bin.

59:24

Ich bin die retrospektive Struktur einer

59:26

aus zahlreichen Kontingenzen sich

59:27

zusammensetzenden Erfahrung, mit der ich

59:29

sprichwörtlich nicht deckungsgleich bin.

59:33

Gerade deshalb träume ich z.B. davon,

59:35

dass meine nächsten drei Bücher mir

59:37

endlich den weltweiten Ruhm zusprechen

59:39

werden, der mir eigentlich gebührt. Ähm,

59:42

den ich aber aufgrund nicht so guter

59:43

Bücher bisher nicht erreicht habe und

59:45

bisher immer verpasst habe.

59:47

Das macht mich sehr traurig.

59:50

Aber sie verstehen, worauf ich hinaus

59:51

möchte. Ich lebe auch, wir leben quasi

59:53

alle, das ja zu sagen, Heidigers pro

59:55

Ernte eines eksttatischen

59:56

Existenzbegriff,

59:58

indem sie gerade nicht mit der Zeit

1:00:00

rechnen können.

1:00:03

Ich lebe unter anderem, weil ich auf

1:00:04

Projekte und Ziele hinlebe in der

1:00:06

Hoffnung, in diesen Zielen mir endlich

1:00:07

begegnen zu können als derjenige, der

1:00:09

ich endlich sein kann. Und zwar

1:00:11

spaltungslos. Ich bin immer schon und

1:00:13

trotzdem immer noch nicht. Also, ich bin

1:00:15

immer schon und ich bin immer noch

1:00:17

nicht. Und Heiliger nennt diese

1:00:19

extatische Struktur der zeitlich, also

1:00:21

eine nennt diese Zeitstrukturatisch.

1:00:23

Extatisch bedeutet hier nicht begeistert

1:00:25

und entrückt, sondern Wort wörtlich

1:00:26

hinausstehend. Also das Subjekt steht

1:00:29

aus in einer steht aus in seinem

1:00:32

Verhältnis zur Zeit, aber eben immer in

1:00:34

dieser immer in diesem Verhältnis des

1:00:37

der des zu spät kommens. Ich bin immer

1:00:39

schon und immer noch nicht.

1:00:42

Der Mensch steht immer schon über den

1:00:43

gegenwärtigen aus Ausblick hinaus. Er

1:00:45

ist nie vollständig in dem aufzugehen,

1:00:47

was er gerade ist. Dasein ist äh quasi

1:00:52

keine fertig fertige Tatsache, sondern

1:00:54

immer eine Möglichkeit, die sich erst

1:00:55

verwirklichen muss. Äh und wenn sie sich

1:00:58

verwirklicht, hat sie sich nie ganz

1:00:59

verwirklicht.

1:01:01

Man könnte daher sagen, erkannt liegt

1:01:02

die Nichtidentitätes selbst zwischen dem

1:01:04

Erkennend erkennendem und dem erkannten

1:01:06

Ich bee Heidiger liegt die

1:01:08

Nichtidentität tiefer. die betrifft

1:01:09

nicht zuerst unser Erkennen, sondern die

1:01:11

extatische Struktur des Daseins, in der

1:01:13

sie gerade nicht mit der Zeit rechnen

1:01:14

können. Dasein ist seinem Wesen nach

1:01:17

sich vorweg sein, nicht deckungsgleich

1:01:19

mit sich selbst sein, nicht ein Mangel,

1:01:21

sondern die Grundform menschlicher

1:01:22

Freiheit und Zeitlichkeit kann sich nur

1:01:24

daraus ableiten.

1:01:31

vielleicht noch mal abschließend zu

1:01:33

erklären, warum

1:01:35

Kant überhaupt das also das Problem sah

1:01:37

irgendwie, dass äh

1:01:40

eben diese die das äh die die Kritik der

1:01:44

Reinvern Vernunft zu überarbeiten. Das

1:01:46

kann sich daran noch mal zeigen,

1:01:47

insofern wir nämlich in der zweiten

1:01:49

Fassung von 1787 ein Kapitel entdecken,

1:01:51

das gibt's in der ersten Fassung nicht,

1:01:52

nämlich das heißt die Widerlegung des

1:01:53

Idealismus.

1:01:55

Kant war dem Vorwurf ausgesetzt und

1:01:57

wahrscheinlich also von seinen

1:01:58

Zeitgenossen, dass seine erste Auflage

1:02:00

tatsächlich zu einem problematischen

1:02:02

Idealismus neigt. Also Idealismus meint,

1:02:04

dass es dass das Subjekt im gewissen

1:02:06

Sinne seine der Blase seines Denkens

1:02:09

verweilt. Ja, weil wir haben ja einen

1:02:10

starken Anthropozentrismus und kannz

1:02:12

erkenntnis Theorie und sich immer noch

1:02:13

die Frage stellt, na ja, wie gleicht

1:02:14

sich denn das Denken mit den mit den

1:02:16

objektiven Dingen da draußen ab? Bei

1:02:17

Hegel hatten wir gesagt, das Abgleichen

1:02:19

ist müssen wir historisch in einer in

1:02:21

einer Genealogie entdecken.

1:02:24

Aber eben, wenn alle und das ja das

1:02:25

Problem bekannt, wenn alle Strukturen

1:02:26

der Erfahrungen nicht aus dem Subjekt äh

1:02:29

nicht nur aus dem Subjekt kommen,

1:02:30

sondern z.B. aus einer nicht näher zu

1:02:32

bestimmten Einbildungskraft, dann stellt

1:02:34

sich immer noch die Frage, was

1:02:35

garantiert denn die Objektivität unserer

1:02:37

Erkenntnisse?

1:02:40

Oder gibt es bleiben wir eigentlich

1:02:41

immer nur im Bereich unserer sozusagen

1:02:43

unserer Verstandesorien? Und man könnte

1:02:45

sagen ein Vorläufer von Kant, nämlich

1:02:48

der irische Philosoph und Bischof George

1:02:50

Berkley, hat das genauso thematisiert,

1:02:52

indem er sagt, das Sein der Dinke ist

1:02:54

immer nur eingebundene in wahrgenommen

1:02:56

werden. Für Berkley existiert ein Baum

1:02:59

nicht als unabhängiges materielles

1:03:00

Objekt. Der Baum ist viel mehr nichts

1:03:01

anderes als das Bündel von

1:03:02

Wahrnehmungen. Und wenn wir jetzt, wenn

1:03:04

wir das Glück haben, dass auch keine

1:03:05

Ahnung die Aula oder der Vorraum der

1:03:07

Aula noch existiert, wenn wir jetzt äh

1:03:09

nicht hinschauen, äh dann würde dann

1:03:12

würde Börklich sagen äh, dass das nur

1:03:14

deswegen der Fall ist, weil Gott quasi

1:03:15

diesen diesen Vorraum noch im Blick hat,

1:03:17

aber wenn es Gott diesen Gott nicht

1:03:18

gäbe, dann wäre dieser Vorraum im

1:03:19

eigentlichen Sinne nicht da, weil wir

1:03:20

ihn jetzt nicht wahrnehmen. Okay, warum

1:03:23

ich erwähne nicht das? Na ja, weil Kant

1:03:24

tatsächlich eben versucht diesen Vorwurf

1:03:26

abzuwähren, indem er sagt, also die

1:03:28

Einbildungskraft ist nicht so das letzte

1:03:30

Fantasievermögen, dass die

1:03:31

Grundstrukturen der Wirklichkeit

1:03:32

zusammenhält, sondern es ist das ich

1:03:33

denke und die ganzen Kategorien, die

1:03:35

objektiven Kategorien werden von dem vom

1:03:37

ich denke in unsere sinnliche

1:03:39

Anschauungsstruktur immer schon

1:03:40

hineinespeist.

1:03:50

Okay, noch mal ganz kurz, um jetzt am

1:03:53

zum Abschluss noch mal also

1:03:54

zusammenzufassen, was ist jetzt

1:03:57

was welche Konsequenzen zieht Heidiger

1:03:59

daraus, ich habe es jetzt schon mehrmals

1:04:01

erwähnt. Heidiger zieht daraus eine

1:04:03

radikale Konsequenz. Wenn die

1:04:05

Einbildungskraft, die Wurzel sowohl der

1:04:07

Sinnlichkeit, die in der Zeit

1:04:08

strukturiert ist, als auch des

1:04:10

Verstandes ist, dann ist Zeitlichkeit

1:04:14

der ursprüngliche Horizont der Erfahrung

1:04:15

und eben nicht das, ich denke, nicht die

1:04:17

Einheit der Aperzeption.

1:04:20

Die Kategorien sind dann keine

1:04:22

attemporalen, keine intellektuellen

1:04:25

Formen, also die Kategorien bei Kant,

1:04:27

sondern sie sind Zeitformen der

1:04:28

Synthesis. Ihr Spruch Ursprung liegt

1:04:30

nicht in der formalen Logik der Urteile,

1:04:32

sondern in der zeitlichen Synthesis der

1:04:34

Einbildungskraft selbst.

1:04:37

Und eben wie gesagt Heidiger ist der

1:04:39

Meinung, dass das äh das Kant davor

1:04:41

zurückgeschreckt ist.

1:04:46

Deswegen interessiert auch, wenn wir das

1:04:47

jetzt ernst eben, interessiert auch,

1:04:49

wenn es um Fragen der Erkenntnis geht,

1:04:51

äh Heidiger überhaupt nicht die Frage,

1:04:53

die Frage, was macht ein Urteil wahr in

1:04:55

einer Erkenntnis? beispielsweise wie

1:04:57

eine korrespondenztheoretische Frage.

1:05:01

Also was sind die Bedingungen dafür,

1:05:02

dass ein Urteil, dass ich sagen kann,

1:05:04

ich habe Wissen in Bezug auf einen

1:05:05

Urteil über einen Sachverhalt. Heidiger

1:05:08

will uns sagen, dass diese Art sozusagen

1:05:10

des Denkens, wo Denken und Seilen sich

1:05:11

verbinden in der Urteilsstruktur, für

1:05:13

ihn immer schon eine abgeleitete, also

1:05:15

sozusagen viel zu spät eine abstrakte

1:05:17

Form ist, wie das wie Denken und Sein äh

1:05:20

sich im im Rahmen dieser Erkennistheorie

1:05:22

entspalten ä aufspalten oder erläutern.

1:05:25

Er sagt, dieser dieser dieser

1:05:28

Formalstruktur der Erkennisnis geht

1:05:30

immer schon die Erfahrung einer

1:05:31

zeitlichen Geworfenheit oder der

1:05:33

Zeitlichkeit des Daseins selbst voraus.

1:05:35

Eine Zeitlichkeit von von die Sie immer

1:05:37

schon wissen. Also, wenn Sie auf die Uhr

1:05:40

schauen, dann begreifen Sie nicht die

1:05:42

Zeit, indem sie auf die Uhr schauen,

1:05:44

sondern sie wissen, was auf der Zeit auf

1:05:46

der Uhr angezeigt wird, weil sie immer

1:05:47

schon zeitlich wissen, was Zeitlichkeit

1:05:49

ist.

1:05:52

Die Uhr ist eine Abstraktion einer immer

1:05:54

schon vorausgehenden Erfahrung von

1:05:55

Zeitlichkeit

1:05:57

und deswegen interessiert auch Heidiger

1:05:59

in Sein und Zeit jetzt quasi nicht

1:06:01

Kategorien wie wie Kant sie offenlegt

1:06:04

von von der Urteilsstruktur her, sondern

1:06:06

ihn interessieren Kategorien, die

1:06:08

letztenendes genau diese Unverfügbarkeit

1:06:10

des Daseins mit Bezug auf seine eigene

1:06:13

Existenzweise

1:06:15

äh näher analysieren und betreffen. Und

1:06:17

deswegen kommen so plötzlich so

1:06:18

Kategorien wie in der Welt sein, das

1:06:20

Ausgesetzt sein gegenüber einer anonymen

1:06:22

Welt des Mann. Fragen der Angst äh der

1:06:24

Sorge spielen hinein und äh und von dort

1:06:27

von diesen anderen existentiellen

1:06:29

Kategorien äh entwürft dann quasi Kant

1:06:32

seiner Ontologie oder seiner

1:06:33

Epistemologie, aber eben immer ausgehend

1:06:35

davon, weil alle anderen traditionellen

1:06:37

erkennstoretischen Fragen

1:06:39

immer sozusagen eine eine vergessene

1:06:43

Abstraktionsstufe ist, äh der diese

1:06:47

existentielle Zeiterfahrung vorhergeht.

1:06:51

Die Zeit erscheint als eine formale

1:06:53

Applikationsbedingung, nicht als

1:06:55

Urschwung der Kategorien. kann gründet

1:06:57

sie also in dem Sinne bei als

1:06:59

Zeitstrukturen Zeit Entschuldigung Zeit

1:07:01

ist als ein überdeterminierter Horizont

1:07:03

hermenutischer unabgeschlossener aus

1:07:05

Zeit auszulegen also Zeit ist

1:07:09

Zeit verweist uns auf

1:07:10

Bedeutungszusammenhänge, in denen wir

1:07:11

immer schon existenziell eingebunden

1:07:12

sind, immer schon übermin

1:07:14

Überdeterminierungsstrukturen

1:07:15

und verweist uns immer schon auf einen

1:07:17

Prozess der hermeneutischen Auslegung

1:07:19

unserer eigenen unserer eigenen

1:07:21

Existenzweise in einer in einer

1:07:23

letztenendes äh immer immer schon

1:07:25

überdeterminiert und eben nicht klar zu

1:07:27

ordnen Grundstruktur des unseres

1:07:28

Daseins.

1:07:35

Okay, wir haben jetzt noch ein paar

1:07:36

Minuten. Ich glaube, das ist im

1:07:37

Wesentlichen das, was ich Ihnen

1:07:39

beibringen wollte zu Heiliger,

1:07:42

also der Umweg über die Zeit hin zu zur

1:07:45

Zeit als als eigentlichen als

1:07:47

eigentlichen Wurzel äh des Daseins von

1:07:51

von wo aus sich die Welt aufbaut.

1:07:56

gerne ein paar Fragen, die Sie noch

1:07:58

haben.

1:08:01

Ja, genau. Im gewissen Sinne liefert uns

1:08:04

Heidiger ja keine Erkennistheorie im

1:08:05

klassischen Sinne. Ja, weil er sagt, die

1:08:07

Erkenntnistheorie geht eigentlich immer

1:08:08

von einer falschen Abstraktion aus. Ja.

1:08:10

Äh, ich will erstmal wissen, was heißt

1:08:13

wie muss ich überhaupt das Subjekt

1:08:14

verstehen? Ich verstehe das Subjekt als

1:08:16

da sein. Ich verstehe das Subjekt als in

1:08:17

der Welt sein. Ich verstehe das Subjekt

1:08:20

von Praktiken aus.

1:08:22

Und erst und erst aus dieser aus diesem

1:08:24

Zusammenhängen von Praktiken kommt das

1:08:26

Subjekt überhaupt erst zu sich. Deswegen

1:08:28

immer sozusagen diese diese temporale

1:08:30

Zeitstruktur eines zu spät zu sich

1:08:32

selbst kommen. Das sind für ihn die

1:08:34

eigentlich die die eigentlich wichtigen

1:08:35

Kategorien, die ihm zufolge im gewissen

1:08:38

Sinne in der philosophischen Tradition

1:08:40

Tradition nie gedacht wurden, weshalb er

1:08:41

ja an diesem dieses Schlagwort dann

1:08:43

ausdrückt von der Seinsvergessenheit,

1:08:45

weil der Begriff des Seins sich nur aus

1:08:47

dieser existentiellen Form, wie wir

1:08:49

selbst immer schon geworfen sind,

1:08:50

herableiten lässt. Ja, das Dilemma mit

1:08:53

den Strukturen, die der die die unsere

1:08:56

Anthropozentrik als Gattungswesen

1:08:58

hineinbringt, ist ja interessiert ja

1:09:00

Heiliger auch vor dem Hintergrund, dass

1:09:01

die Tradition uns blind macht äh vor dem

1:09:05

Hintergrund quasi der Kontingenz der der

1:09:07

Tradition selbst äh oder uns

1:09:09

Optionsräume raubt, wenn wir die quasi

1:09:12

die Tradition, von der wir herkommen,

1:09:14

die quasi unsere zweite Natur ausmacht,

1:09:16

unhinterfragt äh annehmen und nicht

1:09:19

erkennen, dass auch das Subjekt immer in

1:09:21

dieser Spannung ist selber noch zu sich

1:09:23

selber noch zu wagen in einen

1:09:25

Möglichkeitsraum hinein, den die

1:09:27

Tradition nicht verbergen kann. Das ja

1:09:28

quasi das existenzphilosophische,

1:09:32

ja, der existenzphilosophische Kern.

1:09:33

Also Herr Heidiger möchte uns aufweisen,

1:09:36

das Subjekt ist nicht rückgebunden

1:09:39

an eine in sich kohente Seinsstruktur,

1:09:42

äh sozusagen an einen ein an ein einen

1:09:45

metaphysischen Anfang, ob der bei Gott

1:09:47

liegt oder wie auch immer oder so wie

1:09:49

das Sein Heiliger zufolge in der

1:09:51

Tradition ausgelegt wurde und auch

1:09:53

wieder sehr klischehaft gesagt als ein

1:09:55

Sein des Unterseienden, aber nicht die

1:09:57

sogenannte ontologische Differenz

1:09:59

berücksichtigen, dass der Begriff des

1:10:01

Seins kein Seines ist, weil Aber damit

1:10:04

will sozusagen nur noch mal den

1:10:05

Möglichkeits oder den ektatischen

1:10:06

Möglichkeitsraum des Daseins

1:10:09

wecken. Also das Subjekt ist

1:10:11

überschüssig. Das Subjekt ist

1:10:12

überschüssig seiner Tradition gegenüber

1:10:14

und es ist überschüssig gegenüber den

1:10:17

Begriff des Seins, weil das Sein selber

1:10:19

in dem Sinne nicht statisch ist, sondern

1:10:21

ähm

1:10:23

nicht als ein soll sag nicht als ein

1:10:24

Sein, das als eine in sich geschlossene

1:10:26

Totalität gedacht werden kann. Es ist

1:10:28

nicht so weit von dem entfernt, was wir

1:10:30

am Anfang dieser Vorlesung von Hegel

1:10:31

gesehen gesehen haben, wenn Hegel sagt:

1:10:34

"Substanz ist auch Subjekt." Die

1:10:36

Grundstruktur der Wirklichkeit ist nicht

1:10:37

mit sich identisch, weil es etwas, wenn

1:10:39

es einen Überschuss in dieser

1:10:40

Grundstruktur der Wirklichkeit gibt, die

1:10:41

das Subjekt selbst verbirgt. Und einen

1:10:44

ähnlichen Gedanken haben wir bei

1:10:45

Heiliger, wenn er sagt, das Dasein ist

1:10:46

geworfen, ist immer retrospektiv, es ist

1:10:48

immer aufgespreiz in seine Möglichkeiten

1:10:52

dessen, was es ist und dessen, was es

1:10:53

sein möchte. Es ist, wie gesagt, es ist

1:10:56

immer schon, sie sind immer schon in

1:10:58

ihrem Selbstverhältnis und sie sind

1:11:00

immer im gewissen Sinne zu spät

1:11:02

gegenüber dem, was sie sein wollen.

1:11:05

Und das ist das ist erste Mal natürlich

1:11:07

eine Frage, die eine ganze Tradition vor

1:11:08

überhaupt nicht interessiert hat, aber

1:11:09

die nach dem Krieg irgendwie

1:11:11

eingeschlagen ist und damit eben eine

1:11:13

neue Disziplin eröffnet hat, eben die

1:11:15

Existenzphilosophie.

1:11:18

Ich danke Ihnen. Wir sehen uns nächste

1:11:20

Woche. Bis dann. Ciao!

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